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Die städtische Tennisanlage am Waldstadion zu guten Zeiten.

Waldstadion Frankfurt

Kampf um städtische Tennisanlage

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Kaum jemand spielt noch auf den städtischen Tennisplätzen am Frankfurter Waldstadion. Nun soll eine Untersuchung des Planungsbüros Albert Speer&Partner über die künftige Nutzung entscheiden.

Sie führt ein trauriges Schattendasein: Die große städtische Tennisanlage draußen am Waldstadion wird kaum noch genutzt. Lange vorbei sind die Auftritte deutscher Tennis-Stars wie Steffi Graf – sie spielte dort etwa 1992 beim Federations Cup auf einem ausverkauften Center Court. Jetzt soll der renommierte Frankfurter Stadtplaner Albert Speer dem riesigen, 43 Hektar großen Areal rund ums Stadion neues Leben einhauchen.

Im Auftrag der Stadt untersucht das Büro Speer&Partner (AS&P), welche Nutzungen wie auf der Fläche untergebracht werden können. Es gibt zwei wichtige Institutionen, die bei der Stadt dringendes Interesse an den Grundstücken der Tennisanlage gezeigt haben. Eintracht Frankfurt möchte seine Verwaltungsbüros gravierend erweitern.

Der deutsche Tennisprofi Alexander Waske, der seine Karriere vor vier Jahren beendet hatte, will auf dem Gelände eine „Tennis-University“ errichten. Die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen möchte ihre Entscheidung über die Vergabe der städtischen Grundstücke erst auf der Basis der Untersuchung des Büros Speer treffen.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) sagte im Stadtparlament, die Kommune wolle „soviel Sport wie möglich“ auf dem Gelände am Waldstadion. Deshalb solle das Büro Speer prüfen, ob und wie beide Interessenten auf dem Areal berücksichtigt werden könnten.

Die Untersuchung des Büros Speer steht kurz vor dem Abschluss. Sportdezernent Frank will sie in Kürze öffentlich präsentieren. Tatsächlich ist es den Planern offenbar gelungen, in ihrem Entwurf sowohl die Eintracht wie auch die „Tennis-University“ unterzubringen.

Die acht nicht überdachten und die drei Hallen-Tennisplätze bedecken nur eine Fläche von 2,3 Hektar, also einen Bruchteil der insgesamt 43 Hektar großen Areale rund ums Stadion.

Die Zahl der Nutzer dieser Tennisanlage, die von der städtischen Stadion GmbH betrieben und vermietet wird, geht seit Jahren dramatisch zurück. Das Publikum ist stark überaltert.

Speer hatte das Stadion-Gelände schon einmal in Augenschein genommen, als es um die Ansiedlung der DFB-Akademie ging. Die historischen Wurzeln der städtischen Sportanlagen draußen am Stadion reichen in das Jahr 1927 zurück. Damals war im Stadtwald die „Wintersporthalle“ eröffnet worden. Die Kommune hat sie 2005 mit großem Aufwand saniert. Mit dem Bau der weitläufigen Tennisanlage reagierte die Stadt Anfang der 90er Jahre auf den damaligen deutschen Tennis-Boom.

1991 weihte die deutsche Spitzenspielerin Steffi Graf die Anlage ein. „Die Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf sind vorbei“, sagte Sportdezernent Frank in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments. Die Stadt wolle jetzt die weitgehend brachliegenden Flächen „mehr aktivieren“.

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