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Heute mal schön leer: der Parkplatz Isenburger Schneise.

Parken in Frankfurt

Kampf um einen Großparkplatz

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Die Stadt Frankfurt hält schon lange die Verpflichtung nicht ein, den Parkplatz Isenburger Schneise aufzuforsten. Das Regierungspräsidium Darmstadt will jetzt nachhaken.

Für den Grünen Reinhard Klapproth ist es schlicht „Schlamperei“ – so schimpft der Fraktionssprecher im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen). Für Dieter Ohl, den Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt, ist es „eine Selbstverpflichtung“, die von der Stadt Frankfurt nicht eingehalten wurde. Als Anfang der 2000er-Jahre drei Hektar Bäume gerodet wurden für das neue Waldstadion, versprach die Kommune, den Verlust wieder wettzumachen – durch die Aufforstung des Parkplatzes Isenburger Schneise.

Doch das ist bis heute nicht geschehen. Das RP Darmstadt als oberste Naturschutzbehörde bestätigt einen Bericht von hr-online. „34 000 Quadratmeter Wald sollten wieder aufgeforstet werden“, so Ohl gegenüber der FR. Und es gibt noch eine weitere Verpflichtung, die nicht eingelöst wurde. Beim Bau der Anschlussstelle Goldstein der Autobahn A 5 im Jahre 2010 fielen noch einmal 6000 Quadratmeter Wald – auch sie sollten ersetzt werden, ohne dass bisher etwas geschah.

Die Fachleute des Regierungspräsidiums wollen jetzt „mit dem Grünflächenamt der Stadt darüber reden“, wie eine Lösung aussehen kann. Sie erwarten „Vorschläge“. Mit der Aufforstung des Parkplatzes Isenburger Schneise würden 1650 Auto-Stellplätze wegfallen. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) bekräftigt: „Ich befürworte die Aufforstung der Isenburger Schneise.“ Doch zunächst sei Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) gefragt. „Er muss ein Konzept erstellen, wo denn die Besucher des Stadions parken sollen“. Denn die Stellplätze in der Isenburger Schneise dürfen auch aus Sicht der Frankfurter Umweltdezernentin nicht ersatzlos gestrichen werden.

Die Kontaktaufnahme mit Verkehrsdezernent Oesterling oder dem Verkehrsdezernat überhaupt erweist sich als schwierig. Insgesamt acht Versuche der FR, im Verkehrsdezernat der Stadt jemanden zu erreichen, schlagen fehl. Dem Regierungspräsidium ist durchaus bewusst, dass es schwierig ist, im Rhein-Main-Gebiet Ausgleichsflächen für gerodeten Wald zu finden. „Es ist ein dichter Ballungsraum“, so Sprecher Ohl. Deshalb dürfe die Stadt Frankfurt auch Lösungen vorschlagen, die außerhalb des Stadtgebiets lägen: „Man muss über den Tellerrand hinweg gucken.“

Der Basis-Grüne Reinhard Klapproth schlägt vor, „Bustransfers“ von anderen, weiter weg liegenden Parkplätzen einzurichten, wenn im Stadion die Eintracht spielt oder Bruce Springsteen vor großem Publikum auftritt.

Der Ortsbeirat 5 habe schon mehrere Beschlüsse in dieser Sache gefasst und den Magistrat aufgefordert, Lösungen zu finden. „Es gab immer nur nichtssagende Antworten wie: Die Lage ist komplex“, so Klapproth.

Am 27. September entscheidet die UEFA über die Bewerbung Deutschlands, die Fußball-Europameisterschaft 2024 austragen zu dürfen. Bekommt Deutschland den Zuschlag, ist auch das Waldstadion Austragsort.

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