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Nun wacht sie wieder über Römerberg und Rathaus. Justitia ist zurück auf dem Gerechtigkeitsbrunnen.

Frankfurt

Justitia ist zurück auf dem Römerberg

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Die Göttin der Gerechtigkeit erhält nach einer Sanierung ihren Platz auf dem Frankfurter Römerberg zurück.

Peter Feldmann hatte in den vergangenen 17 Monaten Sehnsucht. Sehnsucht nach einer Göttin. Denn die Justitia, die für Gerechtigkeit steht, fehlte seit mehr als anderthalb Jahren. Die Statue war zur „Kur in Thüringen“, wie sich der Oberbürgermeister ausdrückte – sie wurde saniert. Am Mittwoch hat sie ihren angestammten Platz auf dem Gerechtigkeitsbrunnen am Römerberg wieder eingenommen.

Ein 31 Tonnen schwerer Kran stand am Mittag auf dem Römer. An seinem ausgefahrenen 30 Meter hohen Mast hing das Frankfurter Wahrzeichen für Gerechtigkeit und näherte sich unter fachlicher Aufsicht von oben seinem Bestimmungsort. Frisch poliert und gewachst.

Ihre alte und neue Heimat ist der 1543 auf dem Römer gebaute Brunnen. Die 300 Kilo schwere Göttin selbst hatte 1611 der Bildhauer Johann Brucheisen für einen Lohn von 200 Gulden gefertigt. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) wies darauf hin, dass der Frankfurter Justitia – anders als den meisten anderen Statuen von Gerechtigkeitsgöttin – die Augen nicht verbunden sind. Sehenden Auges und mahnenden Blickes solle sie den Magistrat an die vier Tugenden erinnern: Gerechtigkeit, Mäßigung, Hoffnung und Liebe. 

Ein erfahrenes mittelständisches Unternehmen hatte die Statue saniert. Es beseitigte Risse, Fehlstellen und Kalkablagerungen und konservierte die Justitia mit einem speziellen Wachs. Unterstützt wurde die Instandsetzung der Göttin durch eine Spende des seit mehr als 90 Jahren in Frankfurt aktiven und gemeinnützigen Vereins „Freunde Frankfurts“, der sich für den Erhalt des Frankfurter Kulturgutes einsetzt. 

Es habe ihn die ganze Zeit gestört, auf einen leeren Brunnen schauen zu müssen, sagte Feldmann im Gespräch mit der FR. Und nicht nur ihm, sondern besonders den älteren Frankfurtern fehlte dieses Symbol der Stadt für „Selbstbewusstsein und die Mitnahme der gesamten Stadtgesellschaft“.

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