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Es sieht so aus, als würde sich hier bald etwas tun.

Frankfurter Polizeipräsidium

Investor hat altes Polizeipräsidium bezahlt

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Der Investor hat die Finanzierung für das alte Polizeipräsidium in Frankfurt geklärt. Die Stadt will keine 145 und 130 Meter hohen Türme auf dem Gelände.

Eine neue Nutzung des seit 2002 leerstehenden früheren Frankfurter Polizeipräsidiums am Platz der Republik rückt etwas näher. Der Düsseldorfer Projektentwickler Gerchgroup hat das vom Land Hessen im Februar für 212,5 Millionen Euro erworbene 15,4 Hektar große Areal in Nähe des Hauptbahnhofs und der Messe jetzt bezahlt und die Finanzierung des Projekts sichergestellt. Dafür hat er, wie er mitteilt, Kredite von der Hessischen Landesbank und der Schweizer Helvetic Financial Services AG erhalten. In der Immobilienbranche war spekuliert worden, ob es der Gerchgroup gelingt, den für das Gelände sehr hohen Preis aufzubringen.

Die Gerchgroup will auf dem Gelände durch Umbau und Neubau ein modernes Gebäudeensemble mit Büros, Hotel und Wohnungen schaffen. Von diesen muss sie nach Vorgabe der Stadt 30 Prozent als geförderten Wohnungsbau errichten. Eine Kita und eine Turnhalle für die Falkschule müssen entstehen.

Stadt ändert Bebauungsplan

Das weitere Vorgehen stimmte man derzeit mit den Ämtern der Stadt Frankfurt ab, teilt der Projektentwickler mit. Der städtebauliche und der architektonische Entwurf würden in den kommenden Monaten in einem Wettbewerbsverfahren ermittelt.

Die Stadt Frankfurt hatte scharf kritisiert, dass das Land das zentral liegende Grundstück nach Höchstpreis, statt nach dem besten Konzept vergab. Trotzdem nennt es Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), auf Anfrage erfreulich, dass nach so vielen Jahren Leerstand etwas passiert. Er spricht von einem Schritt Richtung Realisierung.

Nach dem bisherigen Bebauungsplan hätte ein 145 Meter hohes Hochhaus im Innenbereich des früheren Polizeipräsidiums entstehen können. Der Hochhausrahmenplan sieht zudem einen 130 Meter hohen Turm auf dem Gelände der Matthäus-Gemeinde vor. Doch Hochhäuser in dieser Größe will die Stadt inzwischen dort nicht mehr genehmigen. Vor knapp einem Jahr hat das Stadtparlament eine Änderung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht. Ein Ziel ist es, dass die Baumasse im Gebiet anders verteilt wird. Eine Blockrandbebauung mit gemischter Nutzung soll entstehen.

Dass statt dem 145 Meter hohen Turm zum Beispiel zwei kleinere Hochhäuser entstehen könnten, schließt man im Planungsdezernat aber nicht aus. Über diese Fragen sei nicht abschließend diskutiert, heißt es. Sie seien Teil des Bebauungsplanverfahrens, in dessen Rahmen ein städtebauliches Konzept vorbereitet wird. Die Stadt hat zudem vergangenes Jahr eine Veränderungssperre verhängt, die verhindert, dass nach den Vorgaben der bisherigen Bebauungsplans gebaut wird.

Für den bis zu 130 Meter hohen Turm gibt es auch bisher kein Planungsrecht. Auch bei diesem hält es das Planungsdezernat für sinnvoller, die Fläche anders zu verteilen. Hintergrund ist, dass man befürchtet, dass etwa Wohnungen in einem solchen Hochhaus noch teurer ausfallen könnten als ohnehin befürchtet.

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