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"Mir geht es um Themen, die in Hessen anstehen, aber bundesweit von Bedeutung sind", sagt Omid Nouripour.

Omid Nouripour

"Ich bin hessischer Außenminister"

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Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete der Grünen, Omid Nouripour, ist in den Parteirat gewählt worden. Er will hessische Themen aufgreifen, die bundesweit von Bedeutung sind.

Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour ist bei der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen am Wochenende in den Parteirat gewählt worden. Der 42-Jährige erzielte ein starkes Ergebnis und schnitt deutlich besser ab als Katrin Göring-Eckardt, Anton Hofreiter und Wolfgang Strengmann-Kuhn. Im FR-Interview spricht Nouripour, der außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, über seine Ziele.

Herr Nouripour, waren Sie sich sicher, dass Sie in den Parteirat gewählt werden?
Ich hatte es gehofft, aber mit dem hohen Maß an Zustimmung hatte ich nicht gerechnet. Wobei es auch nicht in erster Linie um meine Person ging. Der Parteirat ist bei uns Grünen das Präsidium, und in einem Jahr, in dem in Hessen eine Landtagswahl ansteht, sollte ein Hesse darin vertreten sein.

Heißt das, Sie werden vorwiegend landespolitische Themen ansprechen?
Mir geht es um Themen, die in Hessen anstehen, aber bundesweit von Bedeutung sind. Etwa den Umgang mit Mieten. Trotz unserer engagierten Politik vor Ort explodieren in Frankfurt die Mieten. Das kann so nicht bleiben. Die Instrumente zum Gegensteuern müssen aber auch auf Bundesebene durchgesetzt werden. Oder nehmen Sie das Thema Mobilität. Das ist natürlich in der Rhein-Main-Region besonders wichtig. Aber wir brauchen eine Verkehrswende in ganz Deutschland.

Bekannt sind Sie aber vor allem als Außenpolitiker …
Das bleibe ich ja auch. Bei allen Themen, die wir besprechen, müssen wir internationale Aspekte mitdenken. Im Übrigen müssen wir Grüne unser Grundsatzprogramm überarbeiten. Das ist in Teilen nicht mehr aktuell, und wir haben gesagt, dass wir bis 2020 damit fertig sein müssen. Auch das wird mich sehr beschäftigen.

Mancher hatte aber schon augenzwinkernd gesagt, Sie müssten es nur irgendwie an Cem Özdemir vorbei schaffen, um Außenminister in einem Jamaika-Bündnis zu werden …
Ich bin hessischer Außenminister, und das bleibe ich auch. Im Ernst: Cem Özdemir ist unser beliebtester und bekanntester Politiker. Er spielt in einer ganz anderen Liga als ich. Er wäre ein fantastischer Außenminister geworden.

Hatten Sie darauf gehofft, unter ihm Staatssekretär zu werden?
Ich hatte darauf gehofft eine Regierung hinzubekommen, die etwas reißt. Wenn ich mir nun die eher sedierenden als sondierenden Gespräche zwischen CDU und SPD ansehe, habe ich gar keine Hoffnungen und Erwartungen.

Apropos Hoffnungen und Erwartungen: Sie sind Vorsitzender des Eintracht-Fanclubs im Bundestag. Was ist mit dieser Mannschaft in dieser Saison noch möglich?
Viel. Wir stehen noch hinter den Bayern, also ist noch Luft nach oben. Aber selbst wenn es zur Champions League nicht reichen sollte, wäre das kein Problem. Wir Eintracht-Fans haben genug Masochismus in unserer DNA. Und es geht ja auch nicht nur ums Sportliche. Ich bin unglaublich stolz auf unseren Präsidenten Peter Fischer, weil er klar sagt, dass die Unterstützung einer offen rassistischen Partei nicht mit den Vereinszielen der Eintracht vereinbar ist. Chapeau!

Interview: Georg Leppert

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