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Der Oberbürgermeister freut sich über die Gratulationen.

Geburtstag OB Peter Feldmann

Happy Birthday OB Feldmann

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Die Feier zum 60. Geburtstag von OB Peter Feldmann in Frankfurt setzt soziale Akzente.

Mit rhythmischem Klatschen begleiten die Gäste den Hip-Hop-Tanz der Jugendlichen von „dance in ffm“. Und das im altehrwürdigen Kaisersaal. Und Kerstin Einecke, die Geschäftsführerin des Vereins zur beruflichen Förderung von Frauen, erinnert sich am Rednerpult an ihre Verblüffung, als sie 2012 vom Wahlsieg von Peter Feldmann erfuhr: „Es kann doch nicht sein, dass einer aus der Sozialarbeit in dieses hohe Amt kommt!“

Sechseinhalb Jahre später feiern an die 1000 geladene Gäste im Römer den 60. Geburtstag des Oberbürgermeisters Feldmann. Die Frankfurterin Rola, in Ghana geboren, singt zum Auftakt „Rudel“ von ihrer ersten eigenen Platte: „Wir sind Teil von etwas Großem“, heißt es da, und dann die Aufforderung an das Publikum: „Ich will mein Rudel hören!“ Und sie hört es.

Teil von etwas Großem: Diese Geburtstagsfeier will Aufbruchstimmung verbreiten. Und sie tut es. „Lasst uns weiter an dieser Stadt bauen – wir sind noch nicht am Ziel!“, heißt der Schlusssatz von Feldmann. Der Oberbürgermeister bekennt sich geradezu trotzig zu seinem Motto, das soziale Frankfurt in den Mittelpunkt seiner Politik zu rücken. Noch vor zehn Tagen, erzählt er, hätten sie bei der Vorbereitung der Feier überlegt, ob denn Hip-Hop im Kaisersaal wirklich zulässig sei. Die Antwort war ein klares: Ja.

„Mein Kulturverständnis drückt sich nicht nur in Premieren aus“, bekräftigt Feldmann. Auch in Jugendhäusern finde sich Kultur. Und der frühere Leiter des Jugendzentrums Bonames, der heutige OB, dankt seinen Unterstützern dafür, „die Stadtgesellschaft ein Stück weit geöffnet zu haben.“ Und er legt unter großem Applaus sein bekanntes Bekenntnis ab: „Gegen Ausgrenzung, Islamophobie und Homophobie.“

Der Sozialdemokrat wird aber auch so persönlich an diesem Abend wie selten zuvor. Er dankt seiner Ehefrau Zübeyde dafür, dass sie ihn „trägt auch an schweren Tagen“. Und die Angesprochene eilt auf das Podium, mitten in der Rede, und küsst ihren Ehemann. Einfach so.

Es ist vieles anders an diesem Abend im Kaisersaal als sonst. Es sprechen die, die sonst nicht vor großem Publikum zu Wort kommen. Maud Beeskow, Geschäftsführerin der Faprik, in der sozial benachteiligte Jugendliche ausgebildet werden, lobt Feldmann als „schlicht und nah am Bürger, einfach authentisch“. Sie stärkt ihm ausdrücklich den Rücken dafür, dass er „Termine vernachlässigt, um seine Tochter zu betreuen“. „Du bist ein Vorbild für jeden Vater!“, ruft sie. Großer Beifall. Kerstin Einecke urteilt: „Du hat dieses schöne Frankfurt sozialer gemacht.“ Und Frankfurts SPD-Chef Mike Josef lobt den Genossen Feldmann „gerade in diesen Tagen der oft hysterischen politischen Auseinandersetzung“ für seine Ruhe und Entschiedenheit. Der OB agiere „parlamentarisch und außerparlamentarisch“, etwa wenn er Unterschriften sammele für einen Mietenstopp und auf der Frankfurter Buchmesse gegen rechte Verlage.

Den schwierigsten Part hat Bürgermeister Uwe Becker mit seiner silbernen Amtskette zu bewältigen. Der CDU-Politiker, dessen Lebenstraum es war, Frankfurts Oberbürgermeister zu werden, muss nun das sozialdemokratische Stadtoberhaupt würdigen. Doch er tut es mit Anstand und zieht sich gut aus der Affäre.

Lobt Feldmann als „kritischen Menschen, der immer hinterfragt, an Verhältnissen immer rüttelt“. Wünscht ihm Energie, Gesundheit und Durchsetzungskraft. Ja, der Christdemokrat geht sogar soweit, die zerstrittene und brüchige Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen zu loben. Sie sei „gut für diese Stadt“, stehe sie doch „für gesellschaftlichen Gleichklang“.

Da rührt sich beim Publikum, von der 97-jährigen Auschwitz-Überlebenden Trude Simonsohn bis zur Uni-Präsidentin Birgitta Wolff, aber keine Hand. Auch eine Geburtstagsfeier kann nicht alles mit Harmonie zukleistern.

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