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Stehplätze im Stadion sind rar, die Eintracht hätte gern mehr davon, soll das aber selbst bezahlen.

Stadion in Frankfurt

Hängepartie Stadionausbau

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Die Stadt Frankfurt und die Eintracht sind sich uneins, wer die Kosten für den Ausbau des Waldstadions tragen soll.

Drei Monate nach dem Zuschlag für die EM 2024 sind die Ausbaupläne des Waldstadions ins Stocken geraten. Die Stadt Frankfurt als Besitzer und die Eintracht als Nutzer sind sich nicht einig, wer die Kosten tragen soll. Die Eintracht hatte einen Vorschlag unterbreitet, wonach der Verein 30 Millionen Euro in die digitale Ertüchtigung des Stadions investieren würde und die Stadt die gleiche Summe in den Ausbau stecken soll. Doch damit ist Sportdezernent Markus Frank (CDU) nicht einverstanden.

Franks Argumentation: Die Eintracht werde nach dem Ausbau mehr Geld einnehmen, dann müsse sie sich auch an den Kosten beteiligen. Wie viel Geld die Eintracht in die digitale Ertüchtigung stecken werde, sei für ihn auch „nicht transparent“, sagte Frank der FR. Die digitale Ertüchtigung sieht Frank ohnehin weitgehend als Sache des Vereins.

Eintrachts Marketing-Vorstand Axel Hellmann hält das für „sachfern argumentiert“ und nennt als Beispiel den in die Jahre gekommenen Videowürfel. „Das ist eine Investition in das Stadion, der Videowürfel kommt der Immobilie zugute, nicht dem Vermieter.“

Unstrittig ist, dass die 2005 gebaute Arena für die EM 2024 modernisiert werden muss. Der DFB hatte dabei eben jenen in die Jahre gekommenen Videowürfel angemahnt. Zudem schreibt die Uefa bessere Sicherheitsvorkehrungen und mehr behindertengerechte Plätze vor, damit in Frankfurt EM-Spiele ausgetragen werden können.

Besser sieht es bei der Frage aus, wer das Stadion ab 2020 managen soll. Stadt und Verein sind sich einig, dass die Eintracht dort künftig eigenverantwortlich tätig sein wird. Dafür soll ein gewerblicher Mietvertrag aufgesetzt werden, der Rechte und Pflichten der Eintracht definiert. Darin werde auch geregelt, dass der Veranstaltungsmix wie bisher erhalten bleibe. „Wir stärken damit die Möglichkeiten des Vereins“, so Frank. Die Eintracht spart etwa drei Millionen Euro, die bislang an den Vermarkter Lagadère bezahlt werden mussten. Um den Veranstaltungsmix in der Arena fernab der Heimspiele könnte sich nach wie vor die Stadion GmbH kümmern. „Wir haben großes Interesse, die Kompetenz zu übernehmen“, so Hellmann.

Gespräche darüber können allerdings erst geführt werden, wenn der gewerbliche Mietvertrag unterzeichnet ist. Laut Frank könnte das im Frühjahr so weit sein. Das Problem: Die Eintracht möchte den Vertrag nicht unterzeichnen, bevor klar ist, wie das Stadion künftig aussehen soll. „Der Vertrag ist für uns untrennbar mit dem Ausbau verbunden“, betont Hellmann. Denn in dem Vertrag muss ja auch die Höhe der zukünftigen Miete geregelt werden. Niemand unterschreibe einen Mietvertrag, ohne vorher zu wissen, wie die „Wohnung“ zukünftig aussehe, verdeutlicht Hellmann.

Die Eintracht will das Stadion von bislang 51 500 auf gut 60 000 Plätze erweitern und dafür vor allem mehr Stehplätze generieren, die seit Jahren Mangelware sind. Insbesondere für jüngere und weniger betuchte Zuschauer ist es daher schwer, überhaupt noch ins Stadion zu kommen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte daher den Stadionausbau im Mai 2017 unter dem Motto „Fußball für alle“ zur Chefsache erklärt. Die Eintracht wollte sich verpflichten, die Eintrittspreise stabil zu halten. Auf den Vorstoß Feldmanns angesprochen, sagte Frank: „Ich würde dem Verein keine Vorgaben machen, was ein Ticket kostet“.

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