Stadtentwicklung in Frankfurt

Gewerbeflächen in Frankfurt gesucht

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Vor zwanzig Jahren wurde die städtische Arbeitsmarktkonferenz ins Leben gerufen, um den Wegzug von Betrieben zu verhindern. Jetzt gibt es neue Herausforderungen.

Frankfurt braucht nicht nur Wohnungen, sondern auch Gewerbefläche. Darauf hat am Mittwoch die „Ständige Wirtschafts- und Arbeitsmarktkonferenz der Stadt Frankfurt“ hingewiesen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) geht davon aus, dass neue Gewerbegebiete „nicht in Konkurrenz zum Wohnungsbau stehen“. Man könne etwa Areale zwischen Maintal und Frankfurt oder entlang der Autobahn ausweisen. Feldmann sagte: Ob Wohnungen oder Gewerbe – „für beides ist noch Platz“.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) wies auf die Sorge vieler Betriebe, gerade auch im Handwerk, hin, es könnten die Flächen fehlen, um zu expandieren. Die Suche nach neuen Flächen, gerade auch für die Industrie, habe begonnen. Zum Glück sei es gelungen, die Industrie in Frankfurt zu halten. Frank erinnerte an die Zeit vor 20 Jahren, als viele Unternehmen aus der Stadt wegzogen. Damals gab es „jeden Monat weniger Arbeitsplätze“.

In dieser Zeit wurde die Arbeitsmarktkonferenz ins Leben gerufen, in der die Politik, die Wirtschaft und die Gewerkschaften vertreten sind. Inzwischen habe sich, so Frank, der Arbeitsmarkt „komplett gedreht“. In jedem Jahr würden 15 000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Frankfurt sei als Standort hochattraktiv – nicht nur wegen seiner zentralen Lage in Europa und der guten Verkehrsanbindung, sondern auch wegen seiner Bedeutung für den internationalen Datenverkehr: In Frankfurt würden „digitale und analoge Welt“ zusammenfinden.

Auf den historisch niedrigen Stand bei der Arbeitslosigkeit machten OB Feldmann und der Direktor der Frankfurter Agentur für Arbeit, Karl-Heinz Huth, aufmerksam. Vor zehn Jahren habe die Zahl der Langzeitarbeitslosen bei über 12 000 Personen gelegen, sagte Feldmann. Derzeit seien es knapp 6400. Eine solche, „glatte Halbierung“ sei etwas, „was wir lange erhofft hatten“. Man werde versuchen, die Zahlen weiter zu senken. Karl-Heinz Huth stellte eine Reihe von Maßnahmen vor, die im nächsten Jahr in Kraft treten und dazu beitragen sollen.

Friedrich Avenarius von der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände beteuerte ähnlich wie Feldmann, dass es zwischen Wohnungsbau und Gewerbeflächen „keine Konkurrenzdiskussion gebe“. Er begrüßte es, dass die Stadtplanung ein „integriertes Konzept“ verfolge. Damit auch Lehrlinge bezahlbaren Wohnraum finden, werde am Konzept für ein „Azubi-Wohnheim“ gearbeitet.

Bei der Industrie- und Handelskammer wird davon ausgegangen, dass die Wirtschaft weiter brummt. Die jüngste Konjunkturumfrage der Kammer, die am Mittwoch vorgestellt wurde, habe gezeigt, dass die Stimmung in den Unternehmen weiterhin gut sei, aber das Wachstum an Tempo verlieren werde.

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