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Rundgang mit Stadtrat Mike Josef (Mitte) in der Richard-Breitenfeld-Straße 15.

Frankfurt-Riedberg

Gemeinsam unter einem Dach

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Der Verein Gewagt eröffnet das erste generationsübergreifende Wohnprojekt am Frankfurter Riedberg.

Die besten Dinge im Leben, sind nicht die, die man für Geld bekommt“, eröffnete Steffen Kuhne, Vorsitzender des Vereins Gewagt, am Mittwochmorgen feierlich das neue Wohnprojekt in der Richard-Breitenfeld-Straße 15. Insgesamt 18 Menschen, vom Kleinkind- bis ins Rentenalter, leben seit Ende vergangenen Jahres in dem dreigeschossigem Neubau und stellen damit das erste generationenübergreifende Wohnprojekt am Riedberg dar.

Aufgeteilt in 14 Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 1000 Quadratmetern, einer großen Terrasse sowie einem Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss wollen die Bewohner künftig „gemeinschaftliches, engagiertes Wohnen auf Gegenseitigkeit und mit Toleranz“ verwirklichen, so wie der Vereinsname es besagt.

Dafür finden sich die Bewohner des Hauses nicht nur in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen, um etwa die Nutzung des Gemeinschaftsraumes zu organisieren oder gemeinsame Aktivitäten zu planen. Ebenfalls einmal pro Monat finden sie sich im Gemeinschaftsraum ein, um „sämtliche Entscheidungen, die das Haus und das Zusammenleben betreffen, entsprechend dem Konsensprinzip miteinander zu diskutieren“, erläuterte Kuhne. Auch wenn das mitunter schwierige und langwierige Diskussionen mit sich bringe, zeigte er sich dennoch begeistert von dem Projekt. „Es gibt hier so viel Gemeinschaftlichkeit, das ist heutzutage wirklich etwas Besonderes“, lobte er. 

Entstanden ist das 3,8 Millionen Euro teure Projekt in Zusammenarbeit mit der alteingesessenen Frankfurter Beamten-Wohnungs-Vereins-Genossenschaft. Neben dem Mitspracherecht bei der Gestaltung des Hauses „von der ersten Stunde“ an habe dies auch materielle Vorteile gebracht, wie Kuhne ausführte. So seien die Mietpreise für die kommenden zehn Jahre mit zehn Euro pro Quadratmeter festgeschrieben. 

Martin Neckel, von der Beamten-Wohnungs-Vereins-Genossenschaft, zeigte sich erfreut, „dass dieses Projekt auch mit Unterstützung der Stadt so schnell realisiert werden konnte“. Die Stadt sei der Genossenschaft beim Verkauf des Grundstücks „sehr entgegengekommen, sodass sich dies wiederum positiv auf den Mietpreis auswirken konnte“, betonte Neckel. Da das Projekt auf den Prinzipien der Selbsthilfe, der Selbstverwaltung und der Gestaltung des gemeinsamen Lebens und Wohnens beruht, sieht er darin ebenfalls die Grundgedanken des Genossenschaftswesens verwirklicht.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sagte mit Blick auf zukünftige Bauvorhaben der Stadt: „Ich möchte nicht, dass solche Projekte Ausnahmen bleiben, sondern zur Regel werden.“

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