+
Planungsdezernent Josef präsentiert die Pläne.

Neuer Stadtteil Frankfurt

Gegenwind für neuen Stadtteil

  • schließen

Planungsdezernent Mike Josef stellt Bürgern in der Nordweststadt die Pläne für den Stadtteil vor.

Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat das von der Koalition beschlossene Vorhaben, im Nordwesten der Stadt einen großen neuen Stadtteil zu entwickeln, am Mittwochabend erstmals öffentlich in Frankfurt vorgestellt. Vor mehr als 500 Besuchern im Titus-Forum in der Nordweststadt wies er, immer mal wieder von Zwischenrufen unterbrochen, darauf hin, wie wichtig es angesichts der riesigen Nachfrage in Frankfurt und der Region sei, das Angebot an bezahlbarem Wohnraum zu erweitern. In dem Areal sollen zu 30 Prozent geförderter Wohnraum entstehen, je zur Hälfte Sozialwohnungen und Mittelstandswohnungen.

Die Stadt müsse einen neuen Stadtteil entwickeln, weil die Nachverdichtung von bestehenden Siedlungen, die Konversion und der Weiterbau von Stadtteilen nicht ausreiche, um den Bedarf zu decken, sagte Josef. Das vorgesehene Areal sei von den auf der Suche nach Platz für einen neuen Stadtteil untersuchten Arealen das verkehrlich am besten Geeignete gewesen.

Planungsphase Null

Josef betonte, man sei noch in der „Planungsphase 0“, also dabei die Grundlagen für eine Bebauung des Areals zu klären. Wie viele Wohnungen genau entstünden, stehe zum Beispiel noch nicht fest. Die Stadt werde evaluieren, wie die Entwicklung des Riedbergs gelaufen ist, um davon für den neuen Stadtteil zu lernen, kündigte er an.

Josef versprach, dass diesmal zunächst die Infrastruktur geschaffen werde, dass das Schienen- und Straßennetz ausgebaut wird, öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kitas, aber auch Einkaufsmöglichkeiten entstehen, bevor die Wohnungen bezogen werden. Beim Wohnungsbau setze man auch architektonisch auf eine breite Mischung.

Noch in diesem Jahr will die Koalition mit ihrer Mehrheit im Stadtparlament die vorbereitenden Untersuchungen für das Gebiet in die Wege leiten. Diese werden laut Josef etwa zwei Jahre dauern. Danach soll ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet werden. Erst dann könne man auch mehr zur Art der Bebauung, etwa den Geschosshöhen sagen, sagte Josef.

Bürger wollten etwa wissen, wieso nicht andere Flächen, etwa der Pfingstberg, bebaut werden. Josef verwies auf die bessere Erschließbarkeit des nun ausgeguckten Areals und darauf, dass viele Flächen dort der Stadt oder stadtnahen Stiftung gehörten.

Andere Bürger äußerten Zweifel am Versprechen, das Gebiet rechtzeitig an das Verkehrsnetz anzuschließen. Eine Frankfurterin äußerte die Befürchtung, es werde für die Bewohner der angrenzenden Stadtteile wegen des zunehmenden Autoverkehrs noch lauter. Josef versprach, alle Anregungen würden in die Überlegungen einbezogen.

Josef hatte das Vorhaben bereits in der Oberurseler Stadthalle und am Stadtrand von Steinbach vorgestellt. In beiden Städten gibt es, wie Bürger am Mittwochabend deutlich machten, Widerstand gegen das Vorhaben, einen neuen Stadtteil beidseits der A 5 zu entwickeln. Beide Stadtparlamente dringen darauf, dass die Frankfurter das Areal nur auf der östlichen Seite der Trasse bebauen.

Angst um die Eigenständigkeit

In dem Gebiet tätige Bauern fürchten um ihre Existenzgrundlage. Andere Bürger äußern unter anderem Ängste, dass Steinbach seine Eigenständigkeit einbüßt, wenn der vielfach größere Nachbar der auch räumlich kleinen Stadt zu nahe kommt.

Dass neue Pläne Diskussionen auslösten, sei normal, nichts schlimmes, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Morgen bei einer Pressekonferenz des städtischen Wohnungskonzerns ABG Frankfurt Holding. Deutlich kritisierte er dort ein Denken nach dem Motto „vor meiner Haustür bitte nicht“. Familien müssten auch künftig die Chance haben, in Frankfurt zu wohnen, sagte Feldmann. Er nannte es möglich, bäuerliches Leben in den neuen Stadtteil zu integrieren. Er brachte etwa einen Familienbauernhof ins Spiel.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare