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Der Blick auf das frühere Tibethaus im Hintergrund.

Früheres Tibethaus

Gegen Luxuswohnungen

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Das städtische Areal neben dem früherem Tibethaus soll doch nicht - wie ursprünglich geplant - verkauft werden.

Der Kampf vieler Menschen für den Erhalt des früheren Tibethauses in Bockenheim zeigt Wirkung. Die Römer-Koalition wird knapp 200 Quadratmeter städtische Fläche an der Kaufunger Straße nicht an einen privaten Investor verkaufen. 

Der Bauherr wollte mit diesem Grundstück das benachbarte Areal Kaufunger Straße 4 vergrößern und auf beiden Flächen 20 Luxus-Eigentumswohnungen errichten. Das ehemalige Tibethaus, Friesengasse 13, sollte abgerissen werden – das ist jetzt wieder fraglich. 
Am Dienstagabend nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Römer zeichnete sich ab, dass SPD und Grüne in der Koalition gegen die Vorlage von Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) votieren werden. 

Schneider wollte die städtische Fläche dem privaten Bauherren zur Verfügung stellen. Er hatte argumentiert, das Tibethaus sei nicht denkmalgeschützt. 
Geht es nach dem Willen von SPD und Grünen, soll dagegen jetzt geprüft werden, ob nicht mit Hilfe der städtischen Erhaltungssatzung aus dem Jahr 2015 das Bauvorhaben insgesamt gestoppt werden kann. Die Bürgerinitiativen, darunter vor allem „Zukunft Bockenheim“, haben bisher mehr als 1000 Unterschriften gegen die Luxuswohnungen gesammelt. 

Sie decken die Fraktionen der Römer-Koalition seit Wochen mit E-Mails und Briefen ein. Auch am Dienstagabend kamen Annette Mönich, Sprecherin von „Zukunft Bockenheim“, und andere Bürgerinnen wieder in den Haupt- und Finanzausschuss des Stadtparlaments. Die Fotografin und pensionierte Lehrerin Sabine Richter-Rauch, die in dem heute leerstehenden Haus Friesengasse 13 aufgewachsen war, berichtete den Stadtverordneten, dass das Gebäude seit 450 Jahren existiere. „Man kann darin wohnen und gut darin wohnen“, sagte sie. Die Pädagogin ist durch ihre Vorträge und Veröffentlichungen zu lokaler Geschichte und zu der Zeit der nationalsozialistischen Terrorherrschaft bekannt geworden. 

Annette Mönich berichtete von einem öffentlichen Rundgang, zu dem die Bürgerinitiative aufgerufen hatte. „Die Bestandsbauten sind in einem guten Zustand“, sagte sie. Sie zugunsten von Luxus-Wohnungen zu vernichten, verbiete sich. Die Fraktion der Linken stellte sich an die Seite der Bürgerinitiative. Der Stadtverordnete Michael Müller sprach von einem „historisch schützenswerten Ensemble“.

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