Städtische Bühnen in Frankfurt

Gegen einen Ausverkauf der Städtischen Bühnen

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Der Bund Deutscher Architekten lehnt einen privaten Opern-Bau in Frankfurt ab. Kultur sei eine öffentliche Aufgabe der Stadt und des Landes.

Zum ersten Mal hat sich jetzt der Bund Deutscher Architekten (BDA) in die Diskussion um die Zukunft der Städtischen Bühnen eingeschaltet. Er erteilt dem Bau einer neuen Oper durch eine private Stiftung eine klare Absage. Kultur sei eine öffentliche Aufgabe der Stadt und des Landes.

„Der Ausverkauf der Städtischen Bühnen und der städtischen Planungskultur“ ist in den Augen der Architekten „keine Option“. Privatisierungsmodelle widersprächen der kulturellen Verantwortung der Stadt.

Kulturbauten müssten auf Dauer als städtische Einrichtungen gesichert werden. So blieben der heutigen und zukünftigen Stadtgesellschaft „alle Optionen einer eigenen kulturellen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung erhalten“.

Die Kulturbauten dienten nicht nur dazu, das Wahre, Schöne, Gute der Stadtgesellschaft als Publikum darzubieten. Sie seien diesen Werten auch im Sinne einer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen verpflichtet. Der Raum dafür sei kostbar. Es gelte, ihn zu bewahren und verantwortungsvoll zu gestalten.

Zwölf namhafte Mitglieder der Stadtgesellschaft mit dem Projektentwickler Martin Wentz an der Spitze hatten der Stadt angeboten, mit privatem Geld eine neue Oper zu bauen. Wentz wollte einen eigenen Entwurf verwirklichen – Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hatten dagegen in der Frankfurter Rundschau öffentliche architektonische und städtebauliche Wettbewerbe für neue Bühnen angekündigt.

Der Landesverband Hessen des Bundes Deutscher Architekten begrüßt diese „eindeutige Positionierung“ für einen Architektenwettbewerb. Josef und Hartwig würden sich so zu ihrer kulturellen Verantwortung bekennen.

Eine isolierte Planung für ein neues Opernhaus ohne Kontext belebe zwar die Diskussion, trage aber nicht zur Klärung der anstehenden Fragen bei. Tatsächlich bestehe bei einer Trennung der Spielstätten eine Gefahr für den Spielbetrieb durch höhere Produktionskosten. Das legendäre Theater am Turm (TAT) und ein Ballett als eigenständige städtische Sparte seien seinerzeit dem Kostendruck zum Opfer gefallen.

Eine bauliche Einheit von Oper und Schauspiel schaffe Synergien auf inhaltlicher, technischer und wirtschaftlicher Ebene. Der BDA begrüßt grundsätzlich bürgerschaftliches Engagement „als Teil einer lebendigen Stadtkultur“.

Die Architekten rufen dazu auf, bei der Zukunft der Bühnen unbedingt „die stadträumliche Qualität der Wallanlagen“ zu erhalten. Diese grüne Zone sei ein „Ort des kollektiven Gedächtnisses, der europäischen Geschichte und kultureller Selbstvergewisserung“. Das gelte „unabhängig vom Ergebnis der laufenden Untersuchungen“.

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