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Das Piratenschiff im Rebstockbad.

Kulturinstitutionen und Bäder in Frankfurt

Freier Eintritt für den Nachwuchs

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Für Kinder und Jugendliche sollen Kulturinstitutionen und Bäder in Frankfurt kostenlos zugänglich werden, doch es gibt noch offene Fragen.

Es ist ein weitreichender Beschluss. Wie weit genau er trägt, das muss die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen im neuen Jahr noch klären. Bei ihrer politischen Klausur in Bad Nauheim vor Weihnachten hatten die Koalitionäre beschlossen, in Frankfurt ein sogenanntes „Kultur- und Freizeitticket“ für Kinder und Jugendliche einzuführen. Dieses Ticket soll den freien Eintritt „in städtische und nichtstädtische Kultureinrichtungen sowie den Zoo“ ermöglichen, so Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

Doch welche Institutionen damit genau gemeint sind, gilt als offen. Wenn tatsächlich solche publikumsintensiven Häuser wie das Senckenberg-Museum oder das Städel ebenfalls Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren kostenfrei Einlass gewähren, dann sind die Aufwendungen für die Stadt erheblich.

Denn die Kommune muss allen betroffenen  Häusern den Einnahmeausfall durch den freien Eintritt ersetzen. Welche Summe im Jahr da zusammenkommt, das ist noch nicht klar. Fachleute haben ausgerechnet, dass mit etwa 1,6 Millionen Euro an Kosten für die Stadt zu rechnen ist. Schon das Deutsche Filmmuseum alleine hatte den Einnahmeausfall durch freien Eintritt für junge Menschen in der Vergangenheit auf mindestens 100 000 Euro im Jahr geschätzt.  Die Formulierung „städtische und nichtstädtische Kultureinrichtungen“ könnte weit mehr als 30 Institutionen umfassen. „Die Umsetzung werden wir mit unseren Partnern prüfen“, sagt die Kulturdezernentin vorsichtig.

Im Römer wird schon die Frage aufgeworfen, warum der Zoo in den freien Eintritt einbezogen sein solle, der Palmengarten aber nicht. Die Stadträtin geht in jedem Fall davon aus, dass Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) für die Finanzierung sorgt: „Ich freue mich, dass ab 2019 die erforderlichen Mittel in den Haushalt eingestellt werden sollen“, so die Kulturdezernentin.

Das Kultur-Ticket soll für Frankfurter Kinder und Jugendliche beim Kultur- und beim Sozialdezernat beantragt werden können – auch online. Allerdings nur dann, wenn ihre Eltern über ein monatliches Familieneinkommen von unter 4500 Euro netto verfügen. Familien, die ein höheres Einkommen besitzen, können das Ticket „für einen moderaten Preis erwerben“. Was das genau bedeutet, muss ebenfalls noch geklärt werden.

Völlig offen ist schließlich, ab wann die Stadt das Kultur- und Freizeitticket einführt. Wenn die Römer-Koalition die offenen Fragen beantwortet hat, müsste die Kulturdezernentin eine Vorlage für den Magistrat präsentieren. Wann diese am Ende im Stadtparlament beschlossen wird, bleibt abzuwarten.

Schneller könnte es dagegen gehen mit dem von der Römer-Koalition ebenfalls vereinbarten freien Eintritt von Kindern und Jugendlichen bis zu 14 Jahren in den städtischen Bädern. Wenn es optimal läuft, würde das Stadtparlament dieses Projekt schon in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr am 30. Januar beschließen können.  

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