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Die geplante Akademie an der Senckenberganlage.

Millionen-Zuschuss bewilligt

Weg frei für jüdische Akademie in Frankfurt

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Der Bundestag beschließt einen Zuschuss von sieben Millionen Euro für eine zentrale jüdische Bildungseinrichtung in Frankfurt. Drei Millionen Euro will das Land Hessen beisteuern.

Der Weg ist frei für den Bau einer jüdischen Akademie in Frankfurt. Der Deutsche Bundestag hat sieben Millionen Euro als Zuschuss für das Projekt bewilligt. Weitere 4,5 Millionen Euro hatte bereits die Stadt Frankfurt zugesagt. Drei Millionen Euro will das Land Hessen beisteuern.

Die zentrale Bildungseinrichtung für die jüdischen Gemeinden in Deutschland soll auf dem Grundstück Senckenberganlage 7–9 nahe dem Mariott-Hotel entstehen. Harry Schnabel, Präsidiumsmitglied des Zentralrates der Juden in Deutschland, nannte den Beschluss des Bundestages einen „Meilenstein“. Der Unternehmer sagte im Gespräch mit der FR, er rechne damit, dass der Bauantrag im Frühjahr 2019 bei der Stadt eingereicht werde. Im Frühjahr 2022 könne das Bauvorhaben dann vollendet sein. 

Jüdische Akademie: Baukosten auf 21 Millionen Euro geschätzt 

In den Neubau mit einer Bruttogeschossfläche von 3000 Quadratmetern wird eine alte Villa einbezogen. Der Entwurf stammt vom renommierten Architekturbüro Turkali, das sich bei einem Wettbewerb des Zentralrats durchgesetzt hatte. Mit der Akademie soll die Bildungsabteilung des Zentralrats endlich einen festen Ort in der Bundesrepublik finden. Wie Schnabel sagte, sind in dem Gebäudekomplex Veranstaltungen und Seminare geplant. Ein wichtiges Thema der Bildungseinrichtung werde der Antisemitismus in Deutschland sein.

Allerdings ist die ursprüngliche Kalkulation mit Gesamtkosten von 15,5 Millionen Euro mittlerweile über den Haufen geworfen worden. Das ist auch eine Folge der stetig steigenden Baukosten in Deutschland. Derzeit werden die Gesamtkosten der Akademie nach Informationen der FR eher auf 21 Millionen Euro geschätzt. 

Der Zentralrat selbst will fünf Millionen Euro mobilisieren. Schnabel, der auch dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt angehört, äußerte die Hoffnung, dass das Land Hessen seine finanzielle Beteiligung noch aufstocke. 

Jüdische Akademie: Grundstücke gehören der ABG 

Ein Vertrag mit einem Generalunternehmer ist bereits geschlossen worden. Die Jüdische Gemeinde möchte das Baugrundstück noch vom derzeitigen Besitzer, der städtischen Wohnungsholding ABG, erwerben. Das Areal ist der äußerste Zipfel des sogenannten Kulturcampus, zu dem das alte Gelände der Goethe-Universität in Bockenheim umgestaltet werden soll.

Die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Nissen begrüßte den Beschluss der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Bundestag, an dem sie selbst beteiligt war. Die SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles habe das Projekt der Akademie stark gefördert.

Es sei „die historische Aufgabe“ der Politik, die Jüdische Gemeinde in ihren Bemühungen zu unterstützen, die jüdische Kultur in Deutschland wieder zu beleben, sagte die Sozialdemokratin. Die Akademie werde die Stadt Frankfurt „auf großartige Weise bereichern“.

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