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Anna Meister führt in die Frankfurter Kultur ein.

Merton-Schule

Frankfurter Integration

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In der Wilhelm-Merton-Schule werden die Osterferien zum Erkunden genutzt. Im Rahmen eines Feriencamps wird jungen Asylbewerbern die deutsche Sprache und die Frankfurter Kultur nähergebracht.

Bevor isch misch uffreeesche, isses mir lieber egal.“ Dieser Satz steht an die Wand der Wilhelm-Merton-Schule in Bornheim projiziert. Was soll das bedeuten? Diese Frage stellt Lehrerin Anna Meister den Schülern einer InteA-Klasse (Integration und Abschluss) mit dem Ziel, den jungen Asylbewerbern die deutsche Sprache und Frankfurter Kultur näherzubringen.

In einem Wettbewerb sollen die Jugendlichen in zwei Gruppen diese Fragen über Frankfurt beantworten und die Gewinner erhalten nach dem Spiel mit lautstarken Diskussionen Schokolade als Preis. Selbst in den Osterferien wird hier also im Rahmen eines Feriencamps fleißig auf die Hauptschulprüfungen im Mai hingearbeitet.

Dabei sitzen die jungen Schüler nicht nur in der Schule und büffeln Deutsch, sondern lernen auch Frankfurt kennen. Das war für Stefanie Römer von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die das Feriencamp finanziell unterstützt, sehr wichtig: „Der Spaß soll nicht zu kurz kommen. Es sind ja schließlich Osterferien und die sprachliche Förderung kann auch bei Kultur- und Freizeitangeboten außerhalb der Schule stattfinden.“

Diese Freizeitangebote werden nachmittags von 15 Schülern der Wilhelm-Merton-Schule und von 15 Schülern der Berta Jourdan Schule besucht. Vormittags findet der Unterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch noch getrennt in den Berufsschulen statt, aber ab dem gemeinsamen Mittagessen in der Wilhelm-Merton-Schule können neuen Kontakte auch zwischen den Schule geknüpft werden.

Am gestrigen Nachmittag haben der hessische Kultusstaatssekretär Manuel Lösel (CDU)und die Frankfurter Dezernentin für Bildung und Integration, Sylvia Weber (SPD), das Feriencamp in der Wilhelm-Merton-Schule besucht und waren begeistert von der Zusammenarbeit der beiden Schulen, wie Manuel Lösel hervorhebt: „Als wir vor der Frage standen, wie man mit der großen Anzahl an jungen Flüchtlingen umgehen soll, haben wir genau diese Schulen gebraucht, um uns mit dieser Thematik zu befassen.“ Das Erlernen der deutschen Sprache sei dabei am Wichtigsten. „Die Unternehmen suchen junge Leute als Auszubildende, auch Flüchtlinge. Ein Schulabschluss ist dabei nicht dringend erforderlich, aber sie müssen die deutsche Sprache beherrschen.“

Dem schließt sich Sylvia Weber an: „Das Erlernen der Sprache ist die Hürde, damit die Jugendlichen möglichst schnell eine Chance und eine Ausbildungsplatz erhalten. Durch die Nachmittagsbetreuung findet dann zusätzlich eine kulturelle Bildung statt.“ Den Jugendlichen macht es sichtlich Spaß: „Es war interessant, die Kunstwerke zu deuten“, schildert ein junger Mann, der vor mehr als einem Jahr aus Afghanistan nach Deutschland geflohen ist, den Besuch im Städelmuseum. „Heute geht es in die Commerzbank-Arena. Darauf freue ich mich sehr, weil ich Fußball mag.“

Einen weiteren Jugendlichen stört bei dem Feriencamp nur eine Kleinigkeit: „Wir haben doch Ferien, da will man nicht früh aufstehen und in die Schule gehen.“

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