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Schüler der IGS Nordend bei einer Aufführung im Lab.

Kultur

Frankfurt Lab zunächst gesichert

Der Kulturfonds will das Frankfurt Lab mit 350 000 Euro unterstützen. Damit kann die experimentelle Bühne im Gallusviertel bis Ende 2016 weitermachen. Kultrudezernent Felix Semmelroth denkt über einen städtischen Zuschuss für 2017 nach.

Von Florian Leclerc und Claus-Jürgen Göpfert

Das Frankfurt Lab ist gerettet - zumindest bis zum Ende des Jahres 2016. Der Kulturausschuss des Kulturfonds Rhein-Main verständigte sich am Donnerstagvormittag darauf, das „Experimentierfeld für die künstlerische Moderne“ mit 350 000 Euro in dieser Zeitspanne zu unterstützen.

Damit kann die Miete für die Gebäude auf dem Gelände Schmidtstraße 12 weiter bezahlt werden. Das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und der Kulturfonds verständigten sich außerdem auf die Einrichtung einer Arbeitsgruppe. Sie soll klären, wie der Bestand des Frankfurt Lab langfristig gesichert werden kann. International bedeutende Kulturinstitutionen wie das Ensemble Modern, die Forsythe-Tanz-Company oder das Künstlerhaus Mousonturm nutzen das Frankfurt Lab zur Entwicklung neuer Produktionen.

Hart an der Grenze

Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) zeigte sich nach der Aufsichtsratssitzung des Kulturfonds sehr zufrieden. „Das ist eine vernünftige und regionalpolitisch bedeutende Entscheidung.“ Der Stadtrat sagte, er sei offen dafür, über einen Zuschuss für das Frankfurt Lab im städtischen Haushalt 2017 nachzudenken.

Im Aufsichtsrat des Kulturfonds hätten die Vertreter der Stadt das bestmögliche Ergebnis für das Frankfurt Lab herausgeholt, sagte Semmelroth am Abend im Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Dabei sei man hart an die Grenzen der geltenden Satzung gekommen. Diese sehe keine dauerhafte Förderung von Kulturinstitutionen vor, sondern nur auf Projekte ausgerichtete Unterstützung. Dass im Frankfurt Lab die Studierenden der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMdK) probten, werde von der Satzung nicht gedeckt. Die daraus entstehenden Inszenierungen hingegen schon.

Land soll sich engagieren

Auf die Frage von Arnold Weber (SPD), wie es nach 2016 weitergehe, antwortete Semmelroth, die Arbeitsgruppe aus Vertretern des Landes, der Stadt und des Kulturfonds werde ein „Finanzierungsmodell“ finden, das von Januar 2017 an gelten soll. „Die ästhetische Avantgarde hat eine Zukunft“, befand Semmelroth. Sebastian Popp (Grüne) sagte, das Land sei nun in der Verantwortung, die Finanzierung mitzutragen. Mit dem Vermieter des Gebäudes in der Schmidtstraße 12 hatte Semmelroth zuvor verhandelt. Dieser habe zugesichert, den bis Ende Juli laufenden Mietvertrag bis zum Jahresende verlängern zu wollen.

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