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Public Viewing im Römer: Wer wird Gastgeber der EURO 2024?

EM 2024

Frankfurt freut sich über die EM-Entscheidung

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Beim Public Viewing im Frankfurter Römer ist die lokale Prominenz erleichtert über den EM-Zuschlag für Deutschland.

Es ist 15.24 Uhr, als im Römer kurzer Jubel und langanhaltender Applaus ertönt. Deutschland hat den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2024 erhalten, und Frankfurt ist einer der zehn Spielorte. Siegessicher hatte die Stadt für die Verkündung ein Public Viewing vor dem Kaisersaal organisiert. Gekommen sind viele lokale Größen die mit Sport mittel- oder unmittelbar zu tun haben oder einfach so mitjubeln wollen.

Im Zentrum des Public View-ings und der lokalen Prominenz haben sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), sein Stellvertreter Uwe Becker (CDU) und Sportdezernent Markus Frank postiert. Die vielen Fotografen und Kameraleute, die den feierlichen Moment einfangen sollen, wünschen sich dann auch noch Fredi Bobic dazu, Eintracht-Sportvorstand und EM-Botschafter in Personalunion. Er ist auch der einzige im Römer, der bei einer Fußball-EM schon mal selbst auf dem Rasen gestanden hat. „Wir sind alle sehr glücklich über die Entscheidung. Ich kriege ja schon Gänsehaut beim Gedanken daran, was 2024 hier los ist“, sagt Bobic und ergänzt: „Das wird uns alle sehr stark beflügeln.“

Beflügelt fühlt sich auch Sportdezernent Frank: „Wir haben jetzt den Auftrag, das Stadion europameisterschaftstauglich zu machen.“ Dies müsse im besten Fall so geschehen, das damit auch der Eintracht in der Bundesliga geholfen sei, ergänzt Frank und verrät dann noch, dass die Anspannung bei ihm schon sehr groß gewesen sei.

Erleichtert ist auch Georg Kemper, der nach der dürftigen Präsentation Frankfurts als Leiter des Sportamts abberufen und zum Leiter der Stabsstelle EM 2024 gemacht wurde, um die Bewerbung der Stadt salonfähig zu bekommen. „Mir fällt ein Stein vom Herzen“, sagt er.

Und wer will denn jetzt im Triumphgefühl noch zurückschauen? Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) jedenfalls blickt weit voraus: „Es ist gut für die Stimmung im Land bis 2024, und es ist ein großer Tag für Frankfurt“. Der Ansicht ist auch OB Feldmann: „Es ist der absolute Hammer für unsere Stadt und macht mich sehr glücklich“. Ob er zu Hause mit seiner türkischstämmigen Frau vielleicht Ärger wegen der Entscheidung der Uefa kriege, wollte er nicht verraten. „Es ist das schönste Geburtstagsgeschenk, das ich bekommen kann, auch von meiner Familie“, wich Feldmann aus, der am 7. Oktober 60 wird.

Nicht jeder im Römer schwebte ob der Entscheidung auf Wolke sieben. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) fühlte eher mit den Verlierern. „Es hätte der Türkei gutgetan und vielleicht den Demokratisierungsprozess in dem Land vorangebracht.“ Heilig hatte auch gemutmaßt, dass die Türkei das Rennen macht. „Ich dachte, Herr Erdogan kommt doch nicht nach Deutschland, um sich eine Niederlage abzuholen. Ich dachte, der weiß bestimmt schon mehr.“ Der türkische Staatspräsident war am Donnerstag zu einem Besuch in Deutschland eingetroffen.

Unter den Gästen im Römer ist auch der Frankfurter Polizeivizepräsident Walter Seubert. Für die Polizei ist die Begleitung einer solchen Großveranstaltung im Sport ein Mammutaufgabe, die viele Überstunden bedeutet. Doch daran will Seubert nicht denken: „Die Freude überwiegt, das soll wie 2006 wieder ein tolles Ereignis mit einer offenen und freundlichen Polizei werden“.

Bis dahin ist noch ein bisschen Zeit. Bleibt zu hoffen, dass die Organisation in Frankfurt dann ein bisschen besser klappt als beim Public Viewing im Römer. Das Fernsehbild auf der Leinwand war an der hellsten Stelle direkt vor dem Fenster aufgebaut, und zunächst gab es keinen Ton. Doch auch das war mit dem Jubel um 15.24 Uhr vergessen.

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