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Schüler im Klassenraum (Symbolfoto).

Schulen in Frankfurt

Frankfurt bekommt acht neue Schulen

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Das Frankfurter Stadtparlament beschließt acht neue Schulen bis zum Jahr 2023. Eine neue integrierte Gesamtschule soll nächstes Jahr am Ben-Gurion-Ring entstehen.

Die Stadtverordneten machen den Weg für die Gründung von acht neuen Schulen in Frankfurt frei. Am Donnerstagabend stimmten sie für die von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) vorgelegte Aktualisierung des Schulentwicklungsplans. Danach sollen bis 2023 fünf neue Grundschulen, ein Gymnasium, eine integrierte Gesamtschule (IGS) und ein Oberstufengymnasium entstehen, Realschulen erweitert werden. Doch in der wachsenden Stadt „bleibt die Situation angespannt“, sagte Weber. „Wir sind noch nicht über den Berg.“

Bis 2023 werde die Schülerzahl auf 72 700 Schüler steigen – um 19,5 Prozent, sagte Weber. Der Plan werde jedes Jahr aktualisiert, um flexibel auf den Bedarf reagieren zu können. Zwei Schulen will Weber gleich im nächsten Jahr eröffnen: eine dritte Grundschule auf dem Riedberg und eine IGS im Norden am Ben-Gurion-Ring. Vier leerstehende Bürogebäude würden dort zu einer Gesamtschule umgebaut, der Mietvertrag sei kurz vorm Abschluss. Cafeteria und Turnhalle sollen dem Stadtteil geöffnet werden, so beteilige man sich aktiv an der Stadtentwicklung, sagte Weber. Die Umbauarbeiten könnten aber nicht bis zum nächsten Jahr abgeschlossen werden. „Deshalb muss die IGS in einem Provisorium starten“, sagte Weber. Eine Fläche im Norden habe man dafür im Blick.

Das Gymnasium in der Region Mitte-Nord soll erst 2020 eröffnen. „Wir haben ausreichend Gymnasialplätze im Angebot“, sagte Weber. Eine Grundschule ist für das Schönhofviertel südlich der Rödelheimer Landstraße geplant. Erstmals soll dort eine Schule in einem Wohnhaus realisiert werden. „Und es wird nicht die letzte eingeschobene Grundschule sein“, sagte Weber. „Die Schule kann als Blaupause dienen.“

Schulen in Frankfurt: Schülerzahl steigt bis 2023 auf über 72 000

Dass Schulen bei der wachsenden Zahl an Kindern in der Stadt gebraucht werden, ist im Römer unbestritten. Nicht ganz einig ist man sich beim Umgang mit Förderschulen. Der Plan sieht keine neuen Förderschulen für geistig Behinderte vor. Die CDU hatte sich eigentlich eine neue Schule gewünscht. Aber es soll nun das Errichten von Kooperationsklassen an Grundschulen oder eine Erweiterung von Förderschulen geprüft werden.

Die Kooperationsklassen an Grundschulen sind in einer neuen Verordnung des Landes vorgesehen. In den Klassen lernen zehn geistig behinderte Kinder gemeinsam und werden von einem Förderschullehrer betreut. Für Dominike Pauli sind solche Klassen „nichts anderes als eine Förderschule in einer Regelschule“. In skandinavischen Ländern habe man das schon versucht und wieder abgeschafft. „Das hat nichts mit dem Gedanken der Inklusion zu tun“, sagte Pauli.

Auch Luigi Brillante (Frankfurter) plädierte dafür, die Inklusion auszubauen und finanziell besser auszustatten. Jetzt neue Förderschulen zu errichten „ist Wahnsinn“, sagte er. Es müsse sich ändern, dass Deutschland „Weltmeister im Aussortieren ist“. Auch Manfred Zieran (Ökolinx) sprach von Schülern, die „in Förderschulen ausgelagert werden“.

Sabine Fischer (CDU) sagte dagegen, man dürfe die Förderschulen „nicht sterben lassen“. Eltern wünschten auch Förderschulen, und viele Gesamtschulen – an denen vor allem inklusiv beschult wird – seien überlastet. „Als unterstützendes System müssen wir Förderschulen stärken.“

Der Schulentwicklungsplan muss nun vom Hessischen Kultusministerium genehmigt werden.

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