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Das Stadion bietet bei Ligaspielen derzeit 51.500 Plätze.

Eintracht Frankfurt

Feldmann fordert „Fußball für alle“

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    Oliver Teutsch
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Der Oberbürgermeister unterstützt das Vorhaben der Eintracht zum Ausbau des Stadions. Die Kapazität soll auf 61.000 Plätze steigen.

Den Schwung des fulminanten Auftritts der Eintracht-Fans beim Pokalfinale in Berlin galt es jetzt wohl mitzunehmen. Keine 72 Stunden nach dem Abpfiff präsentierte die Eintracht am Dienstag eine Machbarkeitsstudie zum Ausbau des Waldstadions. Etwas überraschend hatte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Einladung zur Präsentation der Studie ausgesprochen. Der Rathauschef hatte sich bislang noch nicht zu dem von der Eintracht und einer Fan-Initiative geforderten Ausbau insbesondere des Stehplatzbereichs positioniert.

Am Dienstag nun sagte Feldmann: „Ich mache mir das Thema zu eigen, wir sind offen, Gespräche mit Eintracht Frankfurt zu führen.“ Feldmann münzte den 70er-Jahre-Slogan „Kultur für alle“ in ein sportaffines „Fußball für alle“ um. Denn Anlass für den angedachten Ausbau sind die geringen Stehplatzkapazitäten im Stadion, die es Menschen mit weniger Geld immer schwerer machen, an eine bezahlbare Eintrittskarte zu kommen.

Für die Machbarkeitsstudie zum Ausbau des Stadions hatte die Eintracht genau den Architekten beauftragt, der das Stadion vor gut 15 Jahren auch entworfen hat. Hans-Joachim Paap hält den Ausbau für unproblematisch. Im Gegensatz zu anderer Vereinen, die über eine Aufstockung nachdenken, wie etwa Real Madrid, habe die Eintracht „ein echtes Luxusproblem“, so Paap. Der Plan sieht vor, gewisse Leerräume im Stadion wie etwa nicht genutzte Kamerapositionen in Sitzplätze umzuwandeln und den Oberrang der Nordwestkurve um etwa sieben Meter nach unten zu verlängern.

Dies ermögliche nicht nur mehr Plätze, sondern durch zusätzliche Mundlöcher - also: Aufgänge - auch die Möglichkeit einer Umwandlung in Stehplätze. Wegfallen würden dadurch die Logen im Mittelring der Nordwesttribüne und auch die Räumlichkeiten, in denen bislang noch die Lizenzspielerabteilung untergebracht ist.

Ein Ausbau sei daher erst ab 2020 möglich, wenn die Profis in die bis dahin neu geschaffenen Räumlichkeiten auf dem Gelände des heutigen Tennis-Stadions umgezogen sind, betonte Axel Hellmann von der Eintracht. Der Marketing-Vorstand wies auch darauf hin, dass der Ausbau „sozialverträglich in Anspruch und Nutzung“ sei. Schließlich sollen teure Logen bezahlbaren Stehplätzen weichen, die auch nach dem Ausbau zunächst nicht teurer werden. Hellmann versprach, nach dem Umbau würden die Preise für die Stehplatztickets fünf Jahre lang eingefroren.

Über die Kosten sei bislang nicht gesprochen worden, so Hellmann. Der Eintracht und OB Feldmann ging es am Dienstag zunächst einmal darum, die gemeinsame Idee zu präsentieren. Eine Idee, für die Feldmann auch bei den Stadtverordneten noch werben muss. Der Fraktionschef der Grünen, Manuel Stock, sagte der FR, die Finanzierung des Ausbaus müsse schnell geklärt werden. Da Peter Feldmann das Projekt vorgestellt habe, sei nun auch der Oberbürgermeister in der Pflicht, ein Konzept vorzulegen.

Ebenso wies Stock darauf hin, dass ein Ausbau mehr Verkehr an Spieltagen bedeute. Auch dafür müsse eine Lösung gefunden werden. Zumal weiterhin geplant sei, den Parkplatz Isenburger Schneise aufzuforsten. Pläne dazu gibt es seit dem Neubau des Stadions für die Weltmeisterschaft 2006, bei dem Bäume weggefallen sind.

Die Eintracht will laut Hellmann nun zunächst mal das Konzept „weiter verfeinern“ und Gespräche mit Fachverantwortlichen der Stadt führen. Dabei geht es auch um das zukünftige Nutzungs- und Betriebsrecht. „Es muss ein geschlossenes Konzept ergeben“, sagte Hellmann, der keinen Hehl daraus macht, dass die Eintracht das Stadion ab 2020 gerne selbst betreiben möchte.

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