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Die Türen im Rathaus blieben zunächst verschlossen.

Kita-Streik in Frankfurt

Eltern fordern Geld zurück

Frankfurter Eltern fordern, dass die Stadt schnell auf die Forderungen der streikenden Erzieher reagiert und die Kita-Gebühren für die Dauer des Streiks zurückerstattet. Doch im Römer hat niemand Zeit für die Anliegen der Demonstranten.

Von Paddy Bauer

Drei Wochen Kita-Streik liegen hinter vielen Eltern. Täglich müssen sie Lösungen für die Betreuung ihrer Kinder finden. Viele sind verärgert und finden deutliche Worte. „Wir haben die Schnauze voll“, sagte Susanne Harth von der Elterninitiative der Kindertagesstätte 113 im Gallus. „Wir fordern, dass die Politik endlich aktiv wird und unterstützen die Forderungen der Erzieher und Erzieherinnen.“ Um diese Unterstützung zu zeigen, haben sich am gestrigen Freitag rund 200 Eltern und Erzieher auf dem Römerberg versammelt.

Die Elterninitiative fordert eine Rückerstattung der Kita-Gebühren für die Dauer des Streiks. Die Stadt Frankfurt soll Druck auf die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände ausüben und sich für die Interessen der Eltern einsetzen.

„Es bewegt sich nichts. Ich habe den Streik bisher geduldig mitgetragen. Ich fordere jetzt, dass die Politik sich bewegt“, sagt Angelika Baack. Politiker könnten nicht nur sagen, Kinder seien wichtig, und sich dann gegensätzlich verhalten, sagt ein junger Vater. „Jeder weitere Streiktag ist eine enorme finanzielle und logistische Herausforderung für uns.“

Ihre Forderungen wollten die Eltern dem Oberbürgermeister persönlich überreichen. Gemeinsam mit ihren Kindern versammelten sie sich im Vorsaal des Rathauses. Doch alle „Wir wollen rein“-Rufe, alles Pfeifen und Trommeln nutzten nichts. OB Peter Feldmann (SPD) war nicht da.

Ins Vorzimmer des OB eingelassen

Auch andere offizielle Vertreter seien nicht im Haus, hieß es am Empfang. Die Türen zum Foyer blieben verschlossen. Die Kinder trommelten und pfiffen dennoch mit Ausdauer weiter. „Das ist ein Unding“, sagte ein junger Vater. Das Rathaus sei ein Haus der Bürger Frankfurts. „Wir werden hier ausgeschlossen und niemand zeigt sich.“

Mike Josef, Stadtverordneter der SPD, wollte eigentlich nur zu Mittag essen und stieß zufällig auf die Demonstrierenden. Er bot an, die Forderungen an den Oberbürgermeister zu übergeben. Die Eltern wollten ihr Schreiben aber persönlich im Rathaus übergeben. Nach langen Verhandlungen wurden zwei Elternvertreter ins Vorzimmer des OB gelassen und durften dort ihren Brief abgeben.

Es sei symbolisch, dass freitags um 12 Uhr niemand im Rathaus anzutreffen sei, während die Eltern sich jeden Tag um ihre Arbeit und die Betreuung ihrer Kinder kümmern müssten, sagte Susanne Harth. „Wir werden den Druck jetzt erhöhen und am Montag in den Bildungsausschuss gehen“, kündigte sie an.

Die SPD-Fraktion im Römer erklärte sich derweil solidarisch mit den Streikenden. Die SPD fordert in zwei Anträgen für die nächste Parlamentssitzung eine bessere Bezahlung der Erzieher sowie eine Rückerstattung der Kita-Entgelte an die Eltern.

Am Montag, 1. Juni, findet eine Diskussionsveranstaltung für Eltern zum Thema „Kita-Streik: Ein Machtkampf auf dem Rücken der Familien“ statt. Ab 17 Uhr lädt der Gesamtelternbeirat Frankfurts in die Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77 ein.

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