+
2009 haben die Eltern der Seliger-Schüler beim Streichen geholfen. Jetzt fehlen ganze Räume.

Schulen in Frankfurt

Eltern im Dornbusch schlagen Alarm

  • schließen

An der Wöhler- und der Heinrich-Seliger-Schule im Frankfurter Dornbusch fehlen Räume. Eltern und Lehrer sind über die Informationspolitik von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) verärgert.

Die Wöhlerschule kennt Susanne Rosenfeld schon lange. Zwei ihrer Kinder haben das Gymnasium besucht, zwei weitere sind aktuell dort. Die Elternbeiratsvorsitzende weiß von den Problemen um den Raummangel nicht erst seit gestern. „Viereinhalb Jahre hat es gedauert bis Anfang 2017 endlich die fünf Holzcontainer standen“, erinnert sich sie sich. „Und schon da war klar, dass die Räume langfristig nicht ausreichen werden.“ Große Klassen, häufige Raumwechsel und Hauptunterricht in Fachräumen sind Alltag an der Wöhlerschule.

Der Platzbedarf ist weiter gestiegen, weil die Schule im neuen Ganztagsprofil 2 mehr AGs anbietet. Außerdem gibt es wegen der Umstellung zurück von G8 auf G9 zur Zeit doppelte Jahrgänge. In Zukunft muss Schulleiterin Renate Bleise noch weitere Improvisationen in Erwägung ziehen. 

„Es könnte Wanderklassen, ohne festen Klassenraum geben, Stunden, die vom Vormittag in den Nachmittag rücken müssen und Unterricht zur 3. Stunde für die Oberstufe wäre denkbar.“ Momentan leiht sich die Wöhlerschule noch drei Räume in einem Seitentrakt der Heinrich-Seliger-Grundschule, die im Nachbargebäude logiert. Einen musste sie schon zurückgeben, denn auch an der Seliger-Schule wird der Platz knapp.

Dort wird eine Klasse in einem Stahlcontainer unterrichtet, eine weitere hat ihr Zimmer im verliehenen Seitentrakt. „Aber eine Grundschulklasse zwischen den Großen – da rennen die einen die anderen um und so weiter. Aus pädagogischer Sicht ist das nicht gut“, findet Schulleiterin Silke Mühl. Und: Weil die Zahl der Schüler stetig steige, jedes Jahr mehr Erstklässler aufgenommen werden müssten, würden mindestens fünf, langfristig sechs Klassenräume benötigt, so die Schulleiterin. „Das wissen wir seit Jahren. Ich melde das immer. Bei der Stadt kennt man die Situation.“

Im jüngsten Bildungsausschuss verkündete Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) dann: Es sei geplant, die Containeranlage der Wöhlerschule um fünf Räume zu erweitern. Dafür will sie Geld in den Haushalt 2019 einstellen. Bei der Heinrich-Seliger-Schule müssten die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie abgewartet werden, sagte Weber. Eventuell könne dann das Atrium erweitert werden. 

Was die Pläne zum kommenden Schuljahr angeht sind beide Schulleiterinnen eher skeptisch. „Langfristig hätte ich tausend Ideen, aber wie das bis zum nächsten September klappen soll, das will ich sehen“; sagt Silke Mühl. „Die Erstklässler fürs kommende Schuljahr habe ich schon kennengelernt, wo ich sie unterbringen soll – da hab ich momentan noch keine Idee.“

Ihren Ärger darüber, dass alle Beteiligten die Pläne der Bildungsdezernentin erst aus der Frankfurter Rundschau erfahren haben, teilt Schulleiterin Silke Mühl mit Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU). Er sieht darin die Fortführung des „Clinchs“ zwischen Bildungsdezernentin Weber und Baudezernent Jan Schneider (CDU) und bemängelt die Kommunikation. 

„Wir stellen sachliche Anträge, da wäre es doch normal, dass wir informiert werden“, sagt Friedrich Hesse. „Aber Frau Weber hat zugesagt, zur Ortsbeiratssitzung im November zu kommen, da wird sich dann hoffentlich alles klären.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare