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Eintracht-Spieler in Frankfurt auf dem Balkon des Römers.

Empfang nach DFB-Pokalfinale

Eintracht auf dem Römer-Balkon

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Nach dem verlorenen Pokal-Finale kehrt die Eintracht heim nach Frankfurt. Dort wird sie mit Begeisterung empfangen.

Die Sonne knallt wie irr auf den Römerberg. Alle schwitzen. Alle warten, dass endlich ihre Eintracht aus Berlin zurückkommt. Eine Frau atmet laut auf, als sich mal kurz ein Wölkchen vor die Sonne schiebt. Die Spieler sollen gelandet sein, heißt es, dann: Sie sind auf dem Weg. Selbst das wird schon mit Applaus bedacht.

Bis das Team der SGE dann auf dem Balkon erscheint, haben einige zwei Stunden in der Hitze gestanden. Ohne zu murren, bester Laune. Singend und feiernd. Erst als ein Sprecher in die Menge ruft, die Mannschaft sei nun da, erst wolle aber Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sie noch 15 Minuten für sich haben, setzt es Pfiffe. Als dann auch noch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) spricht, pfeifen die Fans zwischen HR3-Bühne und Römer erneut.

Die Eintracht hat verloren, Borussia Dortmund den DFB-Pokal gewonnen. Natürlich sind die SGE-Anhänger traurig, feiern sie nicht, als hätten die den Pott geholt. Verlierer ist das Team von Trainer Niko Kovac für die Fans, die am Sonntagabend auf den Römerberg gekommen sind, aber mitnichten.

„Hurra, hurra, die Frankfurter sind da“, brüllen sie. Manche bekommen glänzende Augen, als die Mannschaft in weißen Hemden, die teils locker über der Hose hängen, den Balkon betritt. „Alex, ich will ein Kind von Dir“, schreit einer.

„Wer ins Pokalfinale kommt, kann kein Verlierer sein“, sagt Lea, die im Halbschatten auf das Team gewartet hat. Zumal die Eintracht ja auch noch unglücklich verloren habe. So und so stehe man aber als Fan zum Verein und zur Mannschaft.

In den sozialen Medien ist die Meinung zu einem Empfang für das Verliererteam durchaus geteilt. „Feier am Römer nach einem verlorenen Pokalfinale? Können wir so einen unnötigen Deppenstolz nicht Vereinen wie Darmstadt überlassen?“, schreibt eine Userin auf Twitter.

Dank für die ganze Saison

Julian Link aus Gießen, der am Vorabend beim Public Viewing im Waldstadion mitgefiebert hat und nun vor das Rathaus gekommen ist, sieht das, wie wohl die meisten auf dem Römerberg, komplett anders: Natürlich gebe es was zu feiern. Die Eintracht sei doch ins Finale gekommen und habe dort geil gespielt. Auch für die ganze Saison, die ihm sehr viel Spaß gemacht habe, will er sich bei seinem Team bedanken.

Im Kaisersaal sieht man das genauso. „Ich bin total stolz auf die Mannschaft“, sagt der Landtagsabgeordnete Marcus Bocklet (Grüne), der sich das Spiel im Olympiastadion angeschaut hat, „Sie hat allen Applaus verdient.“ Klar hätte er auch lieber den ersten Pokalsieg seit 1988 gefeiert, sagt er. Wer aber den Erfolg des Teams nicht anerkenne, sei schlicht eine Heulsuse.

In Amtskette empfängt Feldmann das Team, das er mit einer Delegation der Stadt nach Berlin begleitet hat. Auch seine Amtsvorgängerin Petra Roth (CDU) hat es sich nicht nehmen lassen, mit dem Team zu feiern. FDP-Generalsekretärin und Landtagsabgeordnete Nicola Beer ist zu sehen, auch der frühere Fraport-Chef und Chef des Eintracht-Aufsichtsrats, Wilhelm Bender.

Bouffier spricht davon, wie gut sich die Mannschaft in Berlin präsentiert hat. „Euer Auftritt war großartig“, lobt er. Nicht mal 24 Stunden nach dem Pokal-Spiel geht der Blick aber dann schon wieder nach vorne. „Wir werden uns wiedersehen in Berlin, um zu vollenden, was wir diesmal nicht geschafft haben“, verspricht Eintracht-Vorstand Axel Hellmann im Kaisersaal.

Draußen feiern die Fans ihre Lieblinge. Natürlich sei er noch enttäuscht, sagt Timothy Chandler. Aber er freue sich, mit den Leuten vor dem Römer zu feiern. Marco Fabian macht ihnen dann etwas vernuschelt das wohl größte Lob: „Für mich ist es der beste Verein der Welt.“

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