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Nicht nur im Winter ist der Platz vor der Heilig Kreuz Kirche an der Wittelsbacherallee trist. Der Ortsbeirat 4 will das ändern.

Plätze in Frankfurt

Eine Wiese für den Martin-Weber-Platz

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Der für den Frankfurter Stadtteil Bornheim zuständige Ortsbeirat will eine Fläche vor der Heilig Kreuz Kirche in der Ernst-May-Siedlung am Bornheimer Hang begrünen. Das Denkmalamt muss prüfen, ob das möglich ist.

Der Martin-Weber-Platz macht einen tristen Eindruck. Derzeit ist das Areal vor der Kirche Heilig Kreuz an der Wittelsbacherallee nur eine große Sandfläche, aus der vereinzelt Kräuter sprießen. Der Ortsbeirat 4 möchte das ändern. Einem Antrag der SPD folgend will das Gremium prüfen lassen, ob dort eine große Wiese gepflanzt werden kann.

Der nach dem Architekten Martin Weber, der auch die Heilig-Kreuz-Kirche entworfen hat, benannte Platz sehe sehr ungepflegt aus, sagt Antragstellerin Ortrud Seifert. Auch entspreche er nicht ökologischen Gesichtspunkten. Der sandige Erdboden heize sich im Sommer stark auf und strahle die Hitze auf die angrenzenden Wohnungen ab.

Nach Ansicht des Ortsbeirats soll der Sandboden entfernt und eine Wiese angelegt werden. „Das wäre eine konsequente Fortsetzung des Erscheinungsbildes der Wittelsbacherallee.“ In diesem Sinne fordert der Ortsbeirat in einer weiteren SPD-Vorlage, auch den Seitenstreifen zwischen Ernst-May-Platz und Ortenberger Straße zu begrünen. Die Fläche sei geteert, so Seifert. Der Belag breche an vielen Stellen auf. Regenwasser könne dort nicht versickern. Pearl Hahn von der Linke hatte sich für Wildwiesen ausgesprochen. „Schön wären auch Büsche und Bäume.“ Die SPD wollte jedoch erst die Antwort der Magistrats abwarten.

Ob auf den beiden Flächen Wiesen angelegt werden können, müsse zunächst geprüft werden, sagt Heike Kaiser vom Frankfurter Denkmalamt. Zwar stehe der Martin-Weber-Platz und der Seitenstreifen „nicht explizit unter Denkmalschutz“. Sie seien jedoch „umzingelt“ von schützenswerten Substanz. So ist die Kirche als Einzelkulturdenkmal eingetragen, die Siedlung Bornheimer Hang steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz – ebenso wie die nach der Widerstandskämpferin Rose Schlösinger benannte Parkanlage am Bornheimer Hang. Bei Veränderungen sei demzufolge eine denkmalrechtliche Genehmigung nötig, so Kaiser. Dafür werde der aktuelle Zustand und der bauzeitliche Zustand geprüft. Auch das Landesamt für Denkmalpflege müsse gehört werden.

Im Bistum Limburg, zu dem die Kirche Heilig Kreuz gehört, stößt die Anregung des Ortsbeirats auf Zustimmung. „Es ist in aller Interesse, wenn der Platz verschönert wird“, sagt Sprecherin Doris Wiese-Gutheil. Derzeit sei das Areal nicht sehr attraktiv. In der Vergangenheit sei er zudem als Parkplatz genutzt worden.

Die Kirche ist eine Filialkirche der Pfarrei St. Josef Frankfurt, die zu Gottesdiensten und allen Hochfesten genutzt wird, so Wiese-Gutheil. Seit zehn Jahren hat dort zudem das Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität seinen Sitz.

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