Stadthaus am Markt

Einblicke in die Ursprünge der Stadt

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300.000 Menschen haben seit der Eröffnung im August die Kaiserpfalz im Stadthaus am Markt besichtigt. Die Ausstellung ist anschaulich installiert.

Das Endergebnis ist faszinierend“, bewundert Markus Fox die im August eröffnete Kaiserpfalz Franconofurd in der Bendergasse. Es ist Sonntagnachmittag, der erste Schnee der Saison ist gefallen und draußen zieht der Duft von gebrannten Mandeln durch die Gassen der neuen Altstadt. Auf dem Weihnachtsmarkt am Römer schieben sich die Besuchermassen von einer Bude zur anderen.

Im Stadthaus am Markt, dessen moderne Architektur sich schützend um die uralten Mauerreste legt, geht es ruhiger zu. Besucher schlendern durch die Räume mit der anschaulich installierten Ausstellung und begutachten die Ursprünge der Stadt Frankfurt. Etwa die Überreste einer römischen Therme aus der Zeit zwischen 75 und 260. Oder den Mittelpfeiler und Gemäuer der Aula Regia, einer von Kaiser Ludwig dem Frommen erbauten Königshalle aus der Karolingerzeit. Als Ersatz für einen fränkischen Königshof diente die Anlage am Main lange Zeit als temporäre Residenz für umherreisende Könige. Aus der „Furt der Franken“ entwickelte sich schließlich Frankfurt.

Dieser Ort, findet der im Westend lebende Fox, lade dazu ein, länger zu bleiben. Gemeinsam mit seiner Familie besucht er heute zum ersten Mal die Ausstellung auf dem Domhügel. Wie es hier zur damaligen Zeit ausgesehen habe, das könne er sich sehr gut vorstellen. In Paderborn, seiner Heimat, gebe es auch eine Pfalz, erzählt er. Außerdem würden die verschiedenen Darstellungsformen der Schau bei der Vorstellung helfen, sagt der Familienvater und zeigt auf die sogenannten Lebensbilder, welche die karolingische Pfalzanlage zeigen.

Mithilfe digitaler Rekonstruktion, Vergleichen mit anderen Ausgrabungsstätten sowie Bild- und Schriftquellen zeigen die Wandbilder, wie die Siedlung am Mainufer im 9. Jahrhundert aufgebaut war. So ließe sich der historische Platz gut in das heutige Stadtbild einordnen. „Wir können unserem Kind damit besser erklären, was früher dort war, wo wir heute wohnen.“ Seine Frau Carolina, die aus Mexiko kommt, findet die Kaiserpfalz Franconofurt „wirklich gelungen“. Sie freue sich darüber, dass alle Informationstafeln im ehemaligen „Archäologischen Garten“ sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache beschrieben seien. „Wir kennen diesen Platz noch von früher, als er eher einem Loch glich“, erinnert sich Carolina Fox. Schön sei es, was nun daraus geworden sei, findet sie.

Das sehen die zwei aus Unterfranken angereisten Ehepaare Lenzer und Haun ähnlich. Joachim Lenzer ist begeistert von der Rekonstruktion des Viertels. Zu steril, wie manch einer urteilt, findet er die Altstadt nicht. Mit der Zeit, fügt der Mitreisende Günther Haun hinzu, würde die Witterung schon für ein authentisches Bild sorgen. Beeindruckt zeigen sich die Besucher auch von der Kaiserpfalz. „Ganz toll, was hier entstanden ist“, sagt Regina Haun. Mit ihrer Begeisterung sind sie nicht allein. Am 13. Dezember haben Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und der Direktor des Archäologischen Museums, Wolfgang David, den 300 000. Besucher empfangen. Bis Jahresende erwarte man noch 50 000 weitere. „Die Kaiserpfalz ist ein echter Besuchermagnet“, freut sich Hartwig.

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