Hotelier Alexander Gorjinia will jungen Menschen Perspektiven aufzeigen.
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Hotelier Alexander Gorjinia will jungen Menschen Perspektiven aufzeigen.

Georg August Zinn-Medaille

Ehrung für Frankfurter Hotelier

  • Marie-Sophie Adeoso
    vonMarie-Sophie Adeoso
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Der Frankfurter Hotelier Alexander Gorjinia bekommt von Ministerpräsident Volker Bouffier die Georg August Zinn-Medaille überreicht. Auch fünf weitere Hessen werden für ihren Einsatz für das Gemeinwohl geehrt.

Rohdiamanten nennt Alexander Gorjinia sie. Junge Menschen, denen nur der letzte Schliff fehle. Junge Frauen und Männer, meistens mit Migrationshintergrund, deren Deutsch holpert oder die diskriminiert werden, weil andere sich an ihrem Aussehen, ihrem Akzent, ihrem Kopftuch stören. Gorjinia, der als gebürtiger Iraner selbst erfahren hat, was es heißt, ausgegrenzt zu werden, öffnet ihnen die Tür. Jene schwere Holztür, hinter der sich farbenprächtige Mosaikböden, Ornamentschnitzereien und warmes Licht verbergen: die Villa Oriental. In dem vier-Sterne-Hotel am Baseler Platz bringt er die „Rohdiamanten“ zum Glänzen.

Rund 50 jungen Menschen hat Gorjinia seit 2008 im Rahmen seiner Initiative „Helden von morgen“ eine Perspektive aufgezeigt. Hat ihnen Praktikums- oder Ausbildungsplätze im eigenen Haus oder über seine Beziehungen im Wirtschaftsrat der CDU Schnuppertage in anderen Unternehmen vermittelt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat dem Frankfurter Hotelier dafür am Dienstag in Wiesbaden die Georg August Zinn-Medaille verliehen. Es sei bemerkenswert, dass Gorjinia, der als Kind mit seiner Familie nach Deutschland flüchtete, nicht nur seine persönlichen Erfahrungen teile, „sondern Jugendliche auch konkret mit Praktikums- und Ausbildungsplätzen unterstütze und damit einen wesentlichen Beitrag zu einem kulturellen Brückenschlag und einer gelungenen Integration“ leiste.

„Es ist sehr wichtig, diese jungen Menschen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen“, sagt Gorjinia. Vielen mangele es an Selbstbewusstsein. Wenn junge Menschen, über Mund-zu-Mund-Propaganda den Weg zu ihm fänden, vermittele er ihnen daher als erstes, dass sie ein Teil der Gesellschaft seien und hier ihr Glück finden können, aber dass sie selbst den ersten Schritt dafür gehen müssten. Bei vielen, die zuvor vielleicht frustriert, unsicher, ziellos gewesen seien, setze daraufhin eine erstaunliche Wandlung ein.

Der Hotelier, dessen mitreißender Rhetorik man anmerkt, dass er bereits Motivationsratgeber geschrieben hat, schwärmt etwa von einem jungen Hauptschüler, der es bis zum Studium schaffte. Oder einem, der binnen Monaten von der Aushilfe zum Chef des Housekeepings aufstieg.

Nach seiner eigenen Motivation befragt, sagt Gorjinia schlicht: „weil wir es in diesem Land nötig haben“. Weil jeder einzelne einen Teil dazu beitragen müsse, dass Integration gelinge. Das sei auch gerade angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen in den USA, Europa und Deutschland wichtig, sagt Gorjinia, der sich über den CDU-Wirtschaftsrat auch für die deutsch-iranischen Beziehungen starkmacht.

Neben Gorjinia ehrte Bouffier auch noch fünf weitere Hessinnen und Hessen mit der Zinn-Medaille. Der Unternehmer Norbert Golzer aus Heppenheim setze sich für Gesundheitsförderung und das kulturelle Leben in seinem Landkreis ein, teilte die Staatskanzlei mit. Die Künstlerin und Mäzenin Christiane von Kessel aus Seeheim-Jugenheim habe hilfsbedürftige Menschen und gemeinnützige Organisationen selbstlos unterstützt. Unternehmer Adam Leist aus Friedewald habe sich um die Berufsorientierung junger Menschen verdient gemacht. Und das Wiesbadener Stifter-Ehepaar Marja und Armin Kretschmar habe die vielfältige und erstklassige Kulturlandschaft in Hessen gestärkt, etwa durch den von ihnen gegründeten Europäischen Opernregie-Preis.

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