Protestaktion

Demo für Kohleausstieg

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Protestanten fordern auf dem Goetheplatz die Abschaltung des Heizkraftwerks West: Es soll auf regenerative Energien in Frankfurt umgestiegen werden.

Ein schützendes Dach aus Blättern drapieren die Aktivisten auf einen Fahrradanhänger. Unter dem Blätterdach: eine Erdkugel aus Pappmaché. Doch mit dem Schutz der Erde ist es für die Aktivisten in der Realität nicht weit her. Deshalb sind rund 100 Demonstranten am Samstag auf den Goetheplatz gekommen. Sie demonstrieren für Klimaschutz, saubere Luft und einen sofortigen Ausstieg im Heizkraftwerk West im Gutleutviertel aus der Kohleverbrennung. „Wir müssen die Klimakiller lokal angehen“, sagt Andrea Siebold vom Klimagerechtigkeitsnetzwerk Rhein-Main. Klimaschutz müsse vor Ort in die Hand genommen werden.

Das Netzwerk ist zur Unterstützung der Proteste gegen die Braunkohleförderung am Hambacher Wald entstanden und hat gemeinsam mit der Klima-Gruppe von Attac Frankfurt, der Naturfreunde-Jugend und weiteren Organisationen zum Protest auf dem Goetheplatz aufgerufen. Denn die Römerkoalition aus CDU, SPD und Grünen hat im jüngsten Umweltausschuss dagegen gestimmt, vor 2030 aus der Kohleverbrennung auszusteigen.

„2030 ist aber zu spät“, sagt Alexis Passadakis von Attac Frankfurt. Wenn man das Ziel des Pariser Klimaabkommens ernst nehme, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, dann müsse man seinen Beitrag leisten. Dazu gehöre, das vom Frankfurter Energieversorger Mainova betriebene Heizkraftwerk abzuschalten und damit die CO2-Emissionen zu senken. „Es muss jetzt auf regenerative Energien umgestellt werden, nicht irgendwann“, sagt Passadakis.

Mit Fahnen sind die Demonstranten gekommen, auf denen „Stopp Kohle jetzt“ geschrieben steht. „Heizkraftwerk abschalten“, skandiert die Menge. Zehn Prozent der CO2-Emission in Frankfurt mache die Kohleverbrennung im Heizkraftwerk aus, sagt ein Redner auf dem Goetheplatz. Der Betreiber Mainova sei aus den Stadtwerken entstanden, aber ein eigenständig agierender, kapitalistischer Konzern. Deshalb fordert das Netzwerk, dass „die Mainova zurück zu ihren Wurzeln kehrt und wieder zu Bürgerstadtwerken wird“, sagt Siebold.

Passadakis verweist auch auf die Auswirkungen der Schadstoffe, die durch die Kohleverbrennung emittiert würden. In einer europaweiten Studie von „Beyond Coal“ sei für jedes Kohlekraftwerk aufgelistet, welche Folgen die Schadstoffe hätten. „Und in Frankfurt gibt es durch das Kraftwerk 293 Tage, an denen Kinder an Asthma-Symptomen leiden.“

Die Demonstranten ziehen nach der Kundgebung zum Heizkraftwerk im Gutleutviertel. „Frankfurt braucht keine Kohle, Frankfurt braucht frische Luft“, rufen sie. Die Protestaktion steht in Zusammenhang mit der UN-Klimakonferenz in Polen. „Es ist gut, dass es Verhandlungen gibt“, sagt Passadakis. „Aber dadurch ist bisher noch nicht ein Gramm CO2 eingespart worden.“ „Klimaschutz“, sagt er „ist Handarbeit. Überall.“

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