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Eine Person hält eine Flasche Alkohol hoch (Symbolfoto).

Kaisersack in Frankfurt

Debatte über Alkoholverbot

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Die Grünen kritisieren Oberbürgermeister Peter Feldmann für seinen Vorstoß eines Alkoholverbots am Kaisersack in Frankfurt. Um die Zukunft des Bahnhofsviertels geht es auch in einer Podiumsdiskussion.

Nach dem Spitzengespräch zur Zukunft des Bahnhofsviertels am Dienstag gibt es Streit in der Römer-Koalition. Die Grünen greifen Oberbürgermeister Peter Feldmann scharf an, weil sich der SPD-Politiker für ein Alkoholverbot im Kaisersack eingesetzt habe.

Die Forderung, an bestimmten Orten in der Innenstadt das Trinken zu verbieten, ist nicht neu. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) hatte sich mehrfach dafür ausgesprochen. Einer der Plätze, um die es ging, ist der Kaisersack, an dem sich seit jeher alkoholkranke Menschen treffen. Doch weder in der schwarz-grünen Koalition noch in dem folgenden Bündnis aus CDU, SPD und Grünen konnte sich Frank durchsetzen.

Der öffentliche Raum gehöre allen – auch alkoholabhängigen Menschen, heißt es dazu in einer Mitteilung des Kreisverbandes der Grünen. „Statt Augenwischerei und Kosmetik müssen wir Obdachlosigkeit, Verelendung und Abhängigkeitserkrankungen an der Wurzel bekämpfen“, sagte die Kreisvorsitzende der Grünen, Beatrix Baumann. „Eine Verdrängung der davon betroffenen Menschen aus dem Stadtbild lehnen wir ab.“

Zugleich erinnern die Grünen daran, dass die Stadt zahlreiche Feste in der Innenstadt veranstalte, bei denen alkoholische Getränke ausgeschenkt würden. „Wie stellt sich Peter Feldmann die Bahnhofsviertelnacht vor, wenn im Kaisersack ein Alkoholverbot besteht?“, fragte Beatrix Baumann.

Um die Zukunft des Stadtteils geht es auch in einer Podiumsdiskussion, zu der der Frankfurter Domkreis Kirche und Wissenschaft für Montag, 20. November, einlädt. Die Runde spricht über die Frage: „Ist das Bahnhofsviertel noch zu retten?“

Auf dem Podium sitzen Ordnungsdezernent Frank, der Leiter des Diakoniezentrums Weser 5, Jürgen Mühlfeld, sowie Peter Postleb. Der frühere Leiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, der mittlerweile als Berater tätig ist, beklagt seit Monaten die Zustände im Bahnhofsviertel.

Die Diskussion am Montag, 20. November, beginnt um 19.30 Uhr im Haus am Dom, Domplatz 3. Der Eintritt ist frei.

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