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Schulen in Frankfurt

Chaos bei Fahrdienst für Behinderte

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Neue Firmen befördern in Frankfurt behinderte Kinder zur Schule. Doch die Eltern wurden darüber nicht informiert und die Kinder werden zu früh, zu spät oder gar nicht abgeholt.

Bei der Beförderung behinderter Kinder zur Schule herrscht derzeit Chaos. Der Fahrdienst ist nach einer EU-weiten Neuausschreibung an andere Firmen vergeben worden. Doch viele Eltern wurden darüber nicht informiert und so werden seit dem ersten Tag nach den Herbstferien Kinder zu früh, zu spät oder gar nicht abgeholt. „Und die Touren klappen überhaupt nicht“, sagt Ludger Brüggemann. Seine Tochter wird mit anderen Kindern etwa von Eschersheim über Bockenheim, Sachsenhausen und Zoo an die IGS Nordend gefahren. „Das sind aberwitzige Fahrtzeiten.“

Zudem dürfen die Fahrer laut Brüggemann nur zwei Fahrten am Tag machen: einmal zur Schule hin und einmal zurück. „Aber die Kinder haben voneinander abweichende Stundenpläne“, sagt er. „Ich fürchte, das wird sich alles nicht so schnell einrenken.“ Die Eltern bedauern auch, dass nicht mehr mit den früheren Fahrern zusammengearbeitet wird. Schließlich habe man ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Eine Mutter ärgert sich darüber, dass das nicht wichtig zu sein scheint: „Es werden ja keine Pakete befördert, sondern Menschen mit einem bestimmten Bedarf.“

Nicht nur an der IGS Nordend herrscht Unruhe, auch etwa an der Ernst-Reuter-Schule. Für 77 Kinder an neun Schulen ist der Fahrdienst neu ausgeschrieben worden. Bei der Hälfte gibt es Probleme. „Der neue Fahrdienst sollte die Eltern informieren“, sagt Rüdiger Niemann, Referent von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). „Das scheint nicht gelungen zu sein.“ Aber die Vergabekommission habe erst im Oktober getagt, der Auftrag unmittelbar vor den Ferien vergeben. „Die Firmen haben erst sehr kurzfristig die Daten bekommen.“ Am heutigen Donnerstag werde es nun ein Krisengespräch mit den Firmen geben.

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