+
Baugebiet bei Niederursel.

Neuer Stadtteil in Frankfurt

CDU-Spitze will Bebauung beidseits der A5 prüfen

  • schließen

Die Frankfurter CDU-Spitze unterstützt Bernadette Weylands Vorstoß zum neuen Stadtteil nicht.

Der Vorstoß der CDU-Kandidatin zur Oberbürgermeisterwahl, Bernadette Weyland, sich bei der Planung des neuen Stadtteils im Nordwesten „unbedingt von der Idee eines Sprungs über die A5“ zu verabschieden, stößt bei führenden Vertretern der Frankfurter CDU auf wenig Unterstützung.

„Beschlusslage ist, dass das gesamte Areal geprüft wird“, sagte Jan Schneider, CDU-Kreisvorsitzender und Baudezernent, am Donnerstag der FR. Erst nach dieser Prüfung wisse man, was machbar sei und was nicht. Er könne verstehen, dass Weyland zu der von ihr geäußerten Einschätzung komme, sagte Schneider. Anders als Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sei sie so ehrlich, vor der Wahl zu sagen, was sie für richtig hält. Er selbst wolle vor einer eigenen Festlegung in dieser Sache aber lieber abwarten, was bei der Prüfung herauskomme, sagte Schneider.

Man müsse qualitätvoll bauen

Die Fraktion sei sich mit Weyland einig, dass Innen- vor Außenentwicklung gehe, man alle Menschen mitnehmen und qualitätvoll bauen müsse und so wenig Fläche wie möglich versiegeln dürfe, sagte CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein auf Anfrage. Weyland sei zudem nicht die Erste, die sich skeptisch zu einer Bebauung über die Autobahn hinaus äußere. Klar sei aber, dass die Stadt in einem ersten Schritt das gesamte Gebiet prüfe.

Auch Bürgermeister Uwe Becker (CDU) äußert sich eher distanziert. Beim Wunsch, das Gebiet nur östlich der Autobahn zu entwickeln, handele es sich zunächst um die Position der OB-Kandidatin, sagt er im Gespräch mit der FR. Er könne diese nachvollziehen. Schließlich sei der sorgsame Umgang mit Flächen sinnvoll. Frau Weyland nehme die Ängste und Bedenken der Bürger sehr ernst, sagte Wirtschaftdezernent Markus Frank (CDU). Auch er äußerte sich allerdings nicht klar zu der Frage, ob die Stadt auch das Gebiet jenseits der A5 entwickeln sollte. „Ich bin da ganz ergebnisoffen.“

Scharfe Kritik am Vorstoß Weylands äußert die SPD. „Wer Verantwortung als Oberbürgermeisterin tragen will, muss die Interessen Frankfurts wahrnehmen und darf sich nicht vom Protest der Anrainer verunsichern lassen“, sagte der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sieghard Pawlik. In Frankfurt fehlten jetzt schon 40.000 Wohnungen und die Nachfrage steige. Wer diesem Bedarf nur mit Nachverdichtungen und Aufstockungen begegnen wolle, sei naiv und trage dazu bei, dass immer mehr Frankfurter vertrieben würden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare