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Sabrina Herber möchte in ihrem Café König am ?Bäckerplatz? wenigstens weitere zehn Jahre lang Kaffee und Kuchen anbieten.

Gastronomie in Frankfurt

Café König darf bleiben

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Kunden des Cafés König im Frankfurter Stadtteil Eschersheim können aufatmen. Die Vermietungsgesellschaft zieht ihre Räumungsklage zurück.

Ein Seufzer der Erleichterung erfasste vor kurzem Kunden, Freunde und die Inhaberin des Café König in der Ladenzeile Im Geeren 90. Denn Sabrina Herber, die die Bäckerei seit Juni 2017 führt, darf bleiben.

Eine von der Vermietungsgesellschaft eingeleitete Räumungsklage wurde zurückgenommen, die 24-Jährige hat ab dem ersten Januar 2019 einen neuen Pachtvertrag erhalten. Der gilt zunächst bis Ende 2020. Bei Erfüllung der Konditionen liegt es an der Inhaberin, ihn auf bis zu zehn Jahre zu verlängern. Und das will sie – mindestens: „Ich habe vor, hier so lange weiterzumachen, wie meine Beine mich tragen“, sagt Herber.

Ein Jahr lang hatte Herber für die Weiterführung des Ladens gekämpft. Nach dem plötzlichen Tod der damaligen Inhaberin und ihrer Tante vor fast zwei Jahren hatte sie die Bäckerei weiterführen wollen. Doch wegen bürokratischer Barrieren und mangelndem Vertrauen seitens der Vermietungsgesellschaft in die gelernte Hotelfachfrau schien eine Neubewerbung zunächst aussichtslos. Erst durch die politische Vermittlung von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) – angestoßen durch die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 9 – ließen sich die Vermieter auf ein neues Pachtverhältnis ein.

Viele Pläne für das neue Jahr

„Für mich war die Angelegenheit von öffentlichem Interesse“, sagt Donna Ochs (SPD) aus dem Ortsbeirat. „Alle anderen Läden am Bäckerplatz haben schon lange geschlossen“, so Ochs. Das Café König sei die einzige bestehende Möglichkeit der Nahversorgung im Viertel. In Anbetracht des geplanten Neubaugebiets nördlich der Anne-Frank-Siedlung sei es unerlässlich, dass das, „was an Versorgung vorhanden ist, auch bleibt“.

Doch nicht nur das: Anwohner und Stammkundinnen schätzen das Café auch als Treffpunkt – die engagierte Inhaberin habe dazu einen entscheidenden Teil beigetragen. Das zeigte auch die große Unterstützung aus der Nachbarschaft, die bereits im Spätsommer Unterschriften für die Weiterführung gesammelt hatte. Herber sei im Viertel unverzichtbar und habe ein riesiges Durchhaltevermögen, findet Ochs.

Herber verkauft nicht nur Brötchen und Kaffee. Sie organisiert Plätzchen-Back-Aktionen für die Kinder aus der Nachbarschaft und engagiert sich für die Altenhilfe. Für das neue Jahr hat sie bereits einen Haufen Pläne: Zu Ostern soll es wieder Backaktionen für Kinder geben, donnerstags will sie einen Mutter-Kind Nachmittag einführen, außerdem anfangen, selbst zu backen und im Sommer die Öffnungszeiten verlängern. „Ich wünsche mir, dass die Siedlung hier zusammenkommt“, sagt Herber.

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