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Die Redner: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, IHK-Präsident Mathias Müller, Ministerpräsident Volker Bouffier und Eintracht-Vorstand Fredi Bobic (von links).

IHK-Jahresempfang in Frankfurt

Bobic fordert mehr Platz für die Eintracht

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Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic spricht beim Jahresempfang der IHK. Der Brexit und der Amtsantritt von Donald Trump sind weitere Themen des Abends.

Fredi Bobic, Sportvorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG, hat beim Jahresempfang der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) seine Forderung nach mehr Platz für den Fußball-Bundesligisten auf dem Stadion-Gelände bekräftigt. „Es muss etwas passieren, um Anschluss halten zu können“, sagte er am Dienstagabend vor etwa 1900 Gästen in Richtung Stadt.

In anderen Städten, etwa an seiner früheren Wirkungsstätte Stuttgart, seien die Bedingungen deutlich besser, sagte Bobic. Manche Institutionen seien in den vergangenen Jahren aus Frankfurt weggezogen, um sich weiterzuentwickeln. „Aber keine Angst: Wir ziehen nicht nach Offenbach“, scherzte der frühere Profi.

Die Eintracht hat schon vor Monaten klar gemacht, dass sie gern das Gelände der bisherigen Tennisanlage nutzen würde. Dieses beansprucht aber auch die Tennis-Academy um die Ex-Profis Alexander Waske und Rainer Schüttler für sich. Bobic versprach der Stadt, dass sich Investitionen auf dem Stadiongelände auch für diese lohnten, emotional wie wirtschaftlich. Auch sonst betonte der Gastredner die große ökonomische Bedeutung des Profi-Fußballs. Der sei ein „PS-starker-Wirtschaftsmotor dieser Republik“, sagte Bobic. Er zitierte etwa eine Studie, nach der die Proficlubs mehr als 50 000 Arbeitsplätze bieten und behauptete, dass der Fußball mehr zum Bruttoinlandsprodukt beitrage als etwa die Textil- und Modebranche.

In Frankfurt sei ihm zunächst große Skepsis entgegengeschlagen, sagte Bobic. Inzwischen habe er aber das Gefühl angekommen zu sein. „Ich weiß, was ein Bembel und was ein Ebbelwei aus dem Gerippten ist.“

Trump-Wahl Thema

Der Gastgeber des Empfangs, IHK-Präsident Mathias Müller, hatte zuvor gefordert, dass auch nach einer Fusion der Frankfurter und der Londoner Börse wesentliche Funktionen der Börse in Frankfurt bleiben. Er ging aber auch darauf ein, wie die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten die transatlantischen Beziehungen verändern könnte. Deutschland könne von den von Trump angekündigten Investitionen profitieren, müsse aber einem Protektionismus entgegensteuern, sagte Müller. Es sei wichtig, stabile Handelsbeziehungen zu den USA zu erhalten. Auch mit den Folgen des Brexits müsse man zurecht kommen. Dieser biete Frankfurt aber auch Chancen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) riet, sich nicht bei Trump anzubiedern, sondern selbstbewusst zu sein. Die USA würden merken, dass sie auch auf Europa angewiesen sind, sagte er bei dem Empfang, der diesmal mit größerem Sicherheitsaufwand stattfand. Hessen gehe es wirtschaftlich so gut wie nie, sagte Bouffier. Es gebe allen Grund, Herausforderungen wie den Brexit und die Integration von Flüchtlingen mit Zuversicht anzugehen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) warb dafür, in der Region stärker zusammenzuarbeiten. Die Bevölkerung denke nicht in Stadtgrenzen, sagte er. Länger ging er auch auf die veränderte Situation nach dem Terrorattentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt ein. Der Rechtsstaat gehe nicht unter, wenn man an den neuralgischen Punkten die Sicherheit verstärke, sagte er.

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