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Nach Vorschlag des Planungsdezernenten Mike Josef (SPD) soll die Uni-Bibliothek auf dem Eckgrundstück Eckenheimer Landstraße/Adickesallee schräg gegenüber von der Deutschen Nationalbibliothek entstehen.

Goethe-Universität

Bibliothek soll auf den Westend-Campus

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Die neue Uni-Bibliothek soll auf den Campus Westend. Minister Boris Rhein (CDU) und die Goethe-Uni lehnen einen anders lautenden Vorschlag von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) ab.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) ist mit dem Vorschlag, an der Adickesallee ein Medien- und Bibliothekszentrum von Stadt und Goethe-Uni zu bauen, auf Ablehnung gestoßen. Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) und die Goethe-Universität zeigten sich „verwundert und irritiert“. Der Vorstoß sei mit ihnen „nicht abgestimmt“.

 Rhein und die Universität drehten den Spieß um. Sie verlangten von der Stadt die Anbindung des Campus Westend an das U-Bahn-System. Der U-Bahnhof Holzhausenstraße sei „völlig unterdimensioniert“ und reiche für die angemessene Erschließung des Campus bei weitem nicht mehr aus. 

Der Minister und die Universität forderten von der Kommune außerdem den Bau eines großen Studierendenwohnheimes „mit möglichst vielen zusätzlichen Betten“. Mit diesem Projekt könne der städtische Wohnungskonzern ABG beauftragt werden. 

Für ein solches Studierendenwohnheim könne das Eckgrundstück Eckenheimer Landstraße/Adickesallee schräg gegenüber von der Deutschen Nationalbibliothek genutzt werden. 

Genau dieses Areal hatte Planungsdezernent Josef als Standort einer neuen Stadt- und Universitätsbibliothek vorgeschlagen. Minister Rhein und die Universiät halten dagegen daran fest, dass eine neue Bibliothek auf dem Campus Westend gebaut wird. Der Campus solle vervollständigt werden, „der letzte Baustein“ dafür sei die neue Bibliothek. 

Für die Bibliothek auf dem Campus gebe es einen „unabweisbaren Bedarf“. Ein solches Gebäude mache funktional nur Sinn in unmittelbarer Nähe der inzwischen 30 000 Studierenden. Durch eine Verlagerung der Bibliothek an die Adickesallee aber entstünden zusätzliche Verkehrsströme. Die seien aus Sicht der Goethe-Universität „nicht vertretbar“. Schon deshalb, so argumentieren der Minister und die Universität, halte man den Standort Adickesallee für „völlig ungeeignet“. 

Minister Boris Rhein, der sein Amt nur noch bis Mitte Januar ausüben wird, lässt ausdrücklich offen, was mit der heutigen Universitätsbibliothek an der Bockenheimer Warte geschehen soll. Er sieht aber „keine Veranlassung, das denkmalgeschützte Gebäude des Architekten Ferdinand Kramer abzureißen“. 

Die Universitätsbibliothek werde im Eigentum des Landes bleiben. Später werde man sie „einer angemessenen Nachnutzung“ zuführen. Die Diskussion darüber kommt aber aus Sicht von Rhein noch zu früh. Mindestens in den nächsten vier bis fünf Jahren, bis nämlich der Neubau auf dem Campus Westend stehe, werde sie noch gebraucht.

Als Option ist im Römer auch schon darüber gesprochen worden, das denkmalgeschützte Gebäude an der Bockenheimer Warte in irgendeiner Weise für die Städtischen Bühnen zu nutzen. 

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