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Die Bruno-Asch-Anlage.

Höchst

Bettler wie Banker dürfen trinken

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CDU im Ortsbeirat scheitert mit Vorstoß, Alkohol in der Bruno-Asch-Anlage verbieten zu lassen. Die Mehrheit der Stadtteilpolitiker rechnet mit einer Verlagerung des Problems.

Die CDU ist mit ihrem Antrag gescheitert, den Konsum von Alkohol in der Bruno-Asch-Anlage verbieten zu lassen. „Wir haben die Anlage für viel Geld sanieren lassen“, sagt Fraktionssprecher Markus Wagner. Sie diene der Naherholung. Die Höchster wären nun froh, wenn sie die Fläche auch mal nutzen könnten. Das gehe aber nicht, weil „einzelne Nutzer, die stark alkoholisiert sind und sich auch so verhalten“ das verhinderten.

Einen entsprechenden Antrag hat die CDU in der Sitzung des Ortsbeirats 6 am Dienstag eingereicht. Doch keine andere Fraktion hat zugestimmt. Einig sind sich die Mitglieder des Gremiums, dass „Alkoholkonsum in großen Mengen zu unguten Handlungen führen kann“, wie Dieter Storck von der Linken sagt. Das reiche aber nicht für ein generelles Verbot. 
Im August hatte das Gremium noch einstimmig gefordert, die Stadt möge häufiger vor Ort kontrollieren. Und schauen, wie weit die Beschwerden der Anwohner über Trinker- und Drogenszene gerechtfertigt sind. Außerdem sollte die Stadt Ideen entwickeln, wie den etwaigen Problemen mit sozialen Angeboten beizukommen wäre. 

Dominike Pauli, Fraktionssprecherin der Linken, verweist auf das städtische Vorgehen im Nordend. Dort gäbe es das gleiche Problem, freitags beim Markt auf dem Friedberger Platz. „Gut betuchte Banker betrinken sich“, pöbeln Passanten an und „pullern überall hin“. Nur richte dort Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) Runde Tische ein und stelle Dixi-Klos auf. 
In der Höchster Bruno-Asch-Anlage ist eine andere Klientel unterwegs. „Da möchte die CDU das Trinken verbieten“, deckelt Pauli. Die Polizei habe die Fläche im Blick, sagt sie. Und wäre gar nicht so glücklich, wenn die Szene sich wieder verlagere.

Ähnlich sieht das auch Thomas Schlimme von den Grünen. „Die Anlage ist nicht unbenutzbar, die Leute können da durchlaufen, ohne automatisch angebettelt oder angepöbelt zu werden.“ Es passiere eben nicht so viel, als das die Polizei ständig eingreifen müsse.

„Es gibt kein Patentrezept“, wie der Lage auf der Anlage beizukommen wäre, sagt Doris Michel-Himstedt von der SPD. Aber ein Verbot helfe niemandem weiter. Weder den Anwohnern, noch den alkoholkranken Leuten. Zumal das auch jemand Tag und Nacht überwachen müsste. Wenn die Störenfriede auf der Anlage nicht mehr trinken dürfen, gingen sie einfach um die Ecke und machten dort weiter, in Hofeinfahrten oder anderswo. Das Problem werden dann lediglich verlagert.

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