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Oberbürgermeister Feldmann, Kulturdezernentin Hartwig, Direktor Demandt und Stellvertreterin Drögemüller (v.l.n.r.) auf dem neuem Parkett der Schirn.

Frankfurt

Bereit für neue Kunstwerke

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Knapp einen Monat vor der Wiedereröffnung ist die Sanierung der Schirn fast beendet. Fünf Millionen Euro kosteten neue Böden und Technik.

So leer sieht man die Schirn eigentlich nie. Kahle Wände, weder ein Gemälde noch eine Installation schmückt die Räume, keine Zwischenwand verstellt den Blick in der 140 Meter langen Galerie. Erst auf diese Weise wird deutlich, welche Ausmaße diese Fläche tatsächlich hat. Farbe an der Wand zeugt von vorangegangen Ausstellungen, das Rot-Orange ist von der Schau „Glanz und Elend in der Weimarer Republik“ erhalten geblieben. Doch bald schon werden hier wieder Kunstwerke hängen. Die Sanierung der Kunsthalle am Römerberg wird Ende dieser Woche abgeschlossen - im Zeitplan. Noch hämmern Handwerker im Hintergrund. Es riecht nach frischem Holz.

Seit Juni war das Museum geschlossen gewesen. Die Elektroverkabelung wurde erneuert und Funkverstärker für die Feuerwehr unter dem Boden angebracht. Ein helles Parkett aus Pinienholz wurde in den 1600 Quadratmeter großen Ausstellungsräumen ebenfalls neu verlegt. Schließlich seien über das alte Parkett rund 8,8 Millionen Menschen gelaufen, so viele, wie im Großraum Paris leben – das habe seine Spuren hinterlassen, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) am Montag. Das Holz war so oft abgeschliffen worden, dass man beim nächste Mal auf dem Estrich gelandet wäre, erklärt Schirn-Direktor Philipp Demandt.

„Die Sanierung war dringend erforderlich“, so Hartwig. Besonders die veraltete Klimatechnik habe modernisiert werden müssen, um die ausgestellten Kunstwerke vor Klimaschäden zu schützen. Insgesamt fünf Millionen Euro hat der Bauherr, das Kulturamt der Stadt, zur Verfügung gestellt.

In einem Monat wird das Museum, das in 32 Jahren rund 200 Ausstellungen gezeigt hat, mit der Herbstausstellung vollständig wieder eröffnet. Zuerst am 25. Oktober mit „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“, eine Woche später, am 1. November, mit der Themenausstellung „Wildnis“. Bis dahin werden die Ausstellungsarchitekturen aufgebaut und die Exponate eingerichtet.

Mit der neusten Arbeit des Video- und Installationskünstlers Neil Beloufa in der Rotunde und einem angrenzenden Raum und der Minischirn war das Haus zum Teil schon wiedereröffnet worden. „Eine Schirn ohne Ausstellung ist keine Schirn“, sagte Demandt. Der Leiter, der seit 2016 im Amt ist, zeigte sich erleichtert, dass die Sanierung vor Beginn der neuen Ausstellungen beendet ist. Der Aufwand bei einer Verschiebung wäre sonst enorm gewesen. „Wir hätten Hunderte Leihverträge verändern müssen.“

„Die Schirn ist nun für die nächsten Jahre bestens gerüstet“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Es passe, dass sie zeitgleich mit der neuen Altstadt fertig sei. Da die Großbaustelle vor der Kunsthalle abgeschlossen worden sei, werde sie noch mehr als bisher im Rampenlicht stehen.

Zur Eröffnung der neuen Altstadt von Freitag, 28., bis Sonntag, 30. September lädt die Schirn zu einem kostenfreien Programm ein. Die Schau „Neil Beloufa. Global Agreement“ ist für Besucher geöffnet. Es gibt Führungen und Workshops zu den Herbstausstellungen. Die Minischirn, der Spiel- und Lernparcours für Kinder, ist ebenfalls das gesamte Wochenende geöffnet. Und ein „Foto-Point“ verspricht den perfekten Blick auf die Altstadt.

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