+
Das Frankfurter Bahnhofsviertel. (Symbolbild)

Frankfurt

Bahnhofsviertel soll sauberer werden

  • schließen

Frankfurt räumt den Müll am Bahnhof rund um die Uhr weg. Die Probleme mit aggressiven Drogensüchtigen nehmen zu.

Im Bahnhofsviertel wird aufgeräumt – im ursprünglichen Sinn des Wortes. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) lässt die Müllbeseitiger täglich schon um 4.30 Uhr ausrücken. Neu ist, dass auch am Sonntag saubergemacht wird.

Es gebe „Reinigungsintervalle rund um die Uhr“, berichtete die Dezernentin am Mittwoch in Wiesbaden nach dem Gespräch über das Frankfurter Bahnhofsviertel im hessischen Innenministerium. „Wir wollen stärker gegen Müllsünder vorgehen“, betonte auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Den Übeltätern müsse klargemacht werden, dass es sich nicht um Bagatellen handele. „Eine saubere Stadt verstärkt das Sicherheitsgefühl“, zeigte sich Feldmann überzeugt.

Insbesondere vor den Hilfseinrichtungen für Drogenkranke gebe es ein Müllproblem, erläuterte Heilig. Dort führen die Müllmänner sechs Mal täglich vor. Besonders dreckig seien außerdem die Busbahnhöfe am Hauptbahnhof. Auch hier würden die städtischen Müllmänner jetzt tätig, obwohl sie gar nicht zuständig seien. Die Lage mache das Eingreifen aber nötig.

Die Situation im Bahnhofsviertel hat sich deutlich verändert, seit immer mehr Drogensüchtige zu Crack greifen – einem Rauschgift, das aufputscht und aggressiv macht. Es gebe „um die 80 Leute, die nachts nicht aus dem Bahnhofsviertel rausgehen, möglicherweise, um keinen Deal zu verpassen“, berichtete Polizeipräsident Gerhard Bereswill. Zeitweise zögen sie in Gruppen bis zu 50 Menschen los, bauten sich Lager aus Sperrmüll und pöbelten Passanten an. Den Müll und andere Hinterlassenschaften müssen Heiligs Leute beseitigen.

Um Hilfsangebote kümmert sich ihr Kollege Stefan Majer (Grüne), der Gesundheitsdezernent . Ein Crackbus mit zwei Sozialarbeitern fährt seit Mitte des Jahres jede Nacht durch das Viertel. Außerdem bietet die Stadt rund um die Uhr Betten im Ostend an – doch gerade die Crack-süchtigen nehmen diese Möglichkeit zum Ausruhen offenbar nicht an, weil sie in der Nähe der Dealer bleiben wollen.

Zahlen, wie viele Nutzer sich aus dem Bahnhofsviertel in das Eastside in der Schielestraße haben bringen lassen, wollten Majer und Bereswill am Mittwoch nicht nennen. In Frankfurt gibt es nach Angaben der Polizei etwa 5000 Drogensüchtige.

Die Polizei hat nach Angaben von Bereswill in den vergangenen sieben Monaten 300 Straßendealer im Bahnhofsviertel gezählt. Er gehe davon aus, dass es außerdem 30 bis 50 größere Händler und Zwischenhändler in der örtlichen Drogenszene gebe, sagte der Polizeipräsident.

OB Feldmann bekräftigte, dass im Planungsdezernat von Mike Josef (SPD) an einem Beleuchtungskonzept für das Viertel gearbeitet werde. Ziel ist es, die dunklen Ecken so auszuleuchten, dass keine „Angsträume“ bleiben. pit

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare