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"Die Kultur des Lesens fördern" ? Stadträtin Hartwig (re.) mit Literaturexpertin Vandenrath.

Buchmesse in Frankfurt

180 Autoren treten bei Open Books in Frankfurt auf

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Seit zehn Jahren begleitet das Lesefest "Open Books" die Buchmesse in Frankfurt. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos. Es gibt auch Veranstaltungen für Kinder am Wochenende.

Zehn Jahre ist es her, da hat Sonja Vandenrath das erste Lesefest „Open Books“ auf dem Frankfurter Römerberg veranstaltet. „Wir wollten cool sein, berlinesk, hatten Sitzkissen und orangenes Licht im Frankfurter Kunstverein, der Keimzelle von Open Books“, sagt die Leiterin des Fachbereichs Literatur im Kulturamt. „Heute sind wir professioneller geworden und haben sogar Stühle – nur die Ikea-Lampen sind geblieben.“

Open Books ist das städtische Lesefest während der Frankfurter Buchmesse. In der Zeit von 9. bis 13. Oktober organisieren Sonja Vandenrath und ihr Team rund um den Römerberg Lesungen von 180 Autorinnen und Autoren.

Die Lesungen sind an acht Orten – dem Kunstverein (unter anderem mit Debütanten), im Rathaus Römer (deutschsprachige Romane), im Haus am Dom (Sachbücher), in der Evangelischen Stadtakademie (Internationales), im Junges Museum des Historischen Museums (Lesungen für Kinder), in der Deutschen Nationalbibliothek (Eröffnungsfeier), im Literaturhaus (Abschlussparty) und in der Katharinenkirche. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos. Ausnahmen sind die Abschlussparty, die Lyriknacht in den Römerhallen sowie die Eröffnung in der Nationalbibliothek mit dem Blauen Sofa, auf dem am 9. Oktober Schauspieler Christian Berkel, Schriftstellerin Nino Haratischwili, Lyriker Max Czollek und die Trägerin oder der Träger des Deutschen Buchpreises Platz nehmen werden.

„Open Books soll ein Fest der Bücher und der Lesekultur sein“, sagt Vandenrath. Doch um die Lesekultur sei es nicht mehr so gut bestellt. Von 2012 und 2016 hat der deutsche Buchhandel nach Branchenangaben mehr als sechs Millionen Leser verloren – der Umsatz blieb bei neun Milliarden Euro im Jahr stabil – weil die Buchpreise stiegen. „So glücklich wir am hohen Interesse an den Lesungen sind, so melancholisch sind wir über das, was auf dem Buchmarkt passiert“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Sie erinnert auch an die Insolvenz des Frankfurter Verlags Stroemfeld, der unter anderem Gesamtausgaben von Kafka, Hölderlin und Kleist herausgegeben hat. „Wir wollen die Kultur des Lesens fördern“, sagt sie.

Für Kinder ab fünf Jahren veranstaltet das Kulturamt in diesem Jahr wieder Open Books Kids. Unter anderem liest Axel Scheffler, der Erfinder des Grüffelo, gemeinsam mit Alex Rühle aus „Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst“. Die Lesungen sind am Wochenende vom 13. und 14. Oktober im Junges Museum. Literatur aus dem Buchmesse-Gastland Georgien stellen Autoren täglich im Literaturbahnhof im Haus des Buches vor. Ausstellungen zu Georgien sind etwa im Liebieghaus, im Architekturmuseum, im Museum Angewandte Kunst, im Atelierfrankfurt. Comics und Graphic Novels stellen die Zeichner und Autoren in der Evangelischen Stadtakademie vor.

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