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Der neue Busbahnhof in Höchst ist nun betriebsbereit, aber noch nicht ganz fertig.

Höchst

Alles ganz übersichtlich

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Die Stadt eröffnet den neuen Busbahnhof am Höchster Bahnhof. Die Regionaltangente West ist laut Verkehrsdezernent Klaus Oesterling auf gutem Weg.

Seit gut einem Jahr gestaltet die Stadt die Flächen auf der Südseite des Bahnhofs um, den Haupteingang sozusagen. Am Donnerstag haben Verkehrsdezernent Klaus Oesterling und Planungsdezernent Mike Josef (beide SPD) offiziell den neuen Busbahnhof in Betrieb genommen. Das markiert die Halbzeit des 4,6 Millionen schweren Sanierungsprojekts.

„Lange Jahre ist der Höchster Bahnhof ein Schandfleck gewesen“, sagt Oesterling. Jetzt ist er das nicht mehr. Ein paar Schönheitsfehler gibt es zwar noch. Oesterling ist eigens mit der Bahn angereist und hat überprüft, ob die Fahrstühle funktionieren. Die fallen immer wieder aus, ein Ärgernis. An diesem Tag aber laufen sie „in der Mehrzahl, leider sind wir nicht bei 100 Prozent.“

Auch der neue Busbahnhof ist nicht ganz fertig. Asphaltflicken auf der großen Mittelinsel markieren, wo die Stadt im Frühjahr noch Bäume setzen wird. Auch die dynamische Anzeigetafel fehlt noch, also die Infotafel, an der die nächsten Busfahrten aufleuchten. Dennoch kurven die großen Busse bereits seit Anfang der Woche eifrig um das Rund herum. Schlichtes, edles Grau markiert den Bussteig. Es gibt Dächer und Fahrkartenautomaten. Und vor allem: Alles ist übersichtlich. 

Früher hielten manche Busse am Busbahnhof, andere in der Leverkuser Straße. „Bis man geschaut hatte, wo der Bus abfährt, ist er schon weg gewesen“, scherzt Oesterling. Als nächstes werde die Stadt den Bahnhofsvorplatz denkmalgerecht sanieren, dann die Seite mit den Taxi-Plätzen. „Und es fehlt noch die Gestaltung des Gestrüpps“, wie Oesterling sagt. Also der wilden Fläche zwischen Busbahnhof und Bahndamm, Dort plant die Bahn, was geschehen soll. Genau wie bei der Sanierung des Bahnhofgebäudes. Die Vertreter der Stadt hoffen, dass der Verkehrskonzern bald zur Tat schreitet. Höchst werde als Verkehrsknoten nämlich immer bedeutsamer. 

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezemer gibt es eine neue Regionalbahn von Frankfurt Hauptbahnhof über Höchst und Mainz nach Mannheim. Die Planungen für die Regionaltangente West (RTW) seien weit fortgeschritten, so Oesterling. Das Schienenprojekt, das Bad Homburg über den Frankfurter Nordwesten mit Höchst, dem Stadion und dem Flughafen verbinden soll, sei keineswegs so gefährdet, wie jüngst der Eindruck entstanden sei. Trotz des Zwists mit Eschborn. 

Oesterling bleibt entspannt. Die planerischen Herausforderungen im Frankfurter Westen seien gemeistert. Im Abschnitt zwischen Sossenheimer Dunantsiedlung und der am Höchster Stadtpark geplanten Haltestelle werde die Trasse kaum noch private Grundstücke in Anspruch nehmen. Dagegen hatten Anlieger protestiert. Der Abschnitt zwischen Park und Höchster Bahnhof werde eingleisig geführt. Der Bahndamm muss also nicht erweitert werden. Auch die Planung der Strecke zwischen Höchst und Bad Soden sei auf gutem Weg. 

„Die RTW wird im nächsten Jahrzehnt in Höchst halten“, sagt Oesterlig nachdrücklich. Bis 2028 werde auch die Tramlinie 11 von der bisherigen Endhaltestelle Zuckschwerdsstraße bis zum Höchster Bahnhof geführt, vielleicht sogar noch ein Stück weiter gen Westen.

Auf der Nordseite des Bahnhofs hat die Stadt derweil die neue Radabstellanlage erweitert, von 75 auf 150 überdachte Plätze für Fahrräder. Das sei Teil der städtischen Radverkehrsoffensive, sagt Oesterling. Im kommenden Jahr möchte die Stadt auch abschließbare Fahrradgaragen aufstellen. Für Menschen mit kostbaren E-Bikes zum Beispiel. Zunächst soll das als Versuch am Bahnhof in Rödelheim geschehen. Später im Jahr dann auch in Höchst, auf der Nordseite des Bahnhofs. Zwei Auto-Parkplätze müssten dafür allerdings wegfallen, sagt Oesterling. 

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