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Ulli Nissen wird dieses Jahr aus dem Bundestag ausscheiden. Die Sozialdemokratin will sich aber außerparlamentarisch weiterhin für Mieterrechte einsetzen. Foto: Michael Schick
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Ulli Nissen wird dieses Jahr aus dem Bundestag ausscheiden. Die Sozialdemokratin will sich aber außerparlamentarisch weiterhin für Mieterrechte einsetzen.

Bundestagswahl

SPD Frankfurt setzt auf neue Generation

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Ulli Nissen wird nicht ein drittes Mal für die Frankfurter SPD in den Bundestag einziehen. Gute Chancen dürfte dagegen Kaweh Mansoori haben.

Aus ihrer Enttäuschung macht Ulli Nissen keinen Hehl. Gerne hätte die Wohnungspolitikerin zum fünften Mal versucht, das Direktmandat im Wahlkreis 183 für die SPD zu gewinnen. Doch bei der Kampfabstimmung am Samstag haben sich die Delegierten klar für Kaweh Mansoori entschieden, Rechtsanwalt, SPD-Bezirkschef und fast 30 Jahre jünger als sie.

„Ich bin traurig, aber ich gebe nicht auf“, sagt Ulli Nissen, die 2013 und 2017 jeweils über die Landesliste ihrer Partei in den Bundestag einzog, am Montag. „Ich werde weiterhin auf der Seite der Mieterinnen und Mieter kämpfen.“ Das allerdings nur noch außerparlamentarisch, stellt sie klar. Schon die Idee, sie könne trotz ihrer Niederlage versuchen, einen guten Platz auf der Landesliste zu ergattern, bügelt die 61-Jährige im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau als „Quatsch“ ab. Das komme überhaupt nicht in Frage.

SPD Frankfurt: Ulli Nissen will eine faire Verliererin sein

Dass ihre frühere ehrenamtliche Tätigkeit als Revisorin für den Frankfurter AWO-Kreisverband für einige der Delegierten, die am Samstag für Mansoori stimmten, eine Rolle spielte, glaubt Nissen nicht. Zumindest sei sie darauf nicht angesprochen worden. Sie vermutet eher, dass der Wunsch nach einem Generationenwechsel bei manchen den Ausschlag gab. Dabei schwingt Enttäuschung mit. Schließlich sei Frankfurt „jung und männlich, aber auch älter und weiblich“.

Gleichzeitig ist es Nissen wichtig, faire Verliererin zu sein. Schon kurz nach ihrer Niederlage hat sie Mansoori Unterstützung angeboten und ihn ausdrücklich gelobt. Er sei ein hervorragender Politiker, der mit seinem sozialpolitischen Sachverstand viel für die Arbeitnehmer:innen in Deutschland erreichen werde.

Kaweh Mansoori könnte über die Landesliste in den Bundestag kommen

Mansoori rechnet sich durchaus Chancen aus, den östlichen der beiden Wahlkreise erstmals seit 2002 für die SPD zu gewinnen. Dabei dürfte es gegen die Bundestagabgeordneten Bettina Wiesmann (CDU), die 2017 gewann, und Omid Nouripour (Grüne) alles andere als einfach werden. Mansoori prophezeit dennoch ein enges Rennen.

Kaweh Mansoori will bei der Bundestagswahl den Wahlkreis 183 für die SPD erobern.

Selbst wenn der 32-Jährige den Wahlkreis nicht für sich entscheidet, dürfte er gute Chancen haben, im September in den Bundestag gewählt zu werden. Schließlich spricht viel dafür, dass der Chef des Bezirks Hessen-Süd beim Landesparteitag der SPD am 19. Juni auf einen sicheren Listenplatz gewählt wird.

Armand Zorn will für die SPD das Direktmandat im Westen gewinnen

Doch das heißt auch, dass Armand Zorn, der sich am Sonntag im Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis 182 gegen Lino Leudesdorff durchsetzte, eher schlechte Karten für einen guten Platz auf der Landesliste hat. Dass die Landes-SPD zwei Frankfurter mit aussichtsreichen Plätzen bedenkt, ist nicht zu erwarten. Zumal diese sehr knapp sein dürften. Schon 2017 zogen lediglich zwölf hessische Sozialdemokraten in den Bundestag ein: fünf, weil sie ihren Wahlkreis gewannen, sieben über die Landesliste. Nissen hatte auf Platz 6 gestanden, Oliver Strank, damals Kandidat im Westen, auf dem aussichtslosen Platz 25.

Armand Zorn tritt im Wahlkreis 182 für die Frankfurter SPD bei der Bundeswahl an.

„Es wird darum gehen, möglichst viele Direktmandate zu gewinnen“, sagt Mansoori. Das habe auch Zorn ja bereits als klares Ziel ausgegeben. Der 32 Jahre alte Unternehmensberater, ein Digitalisierungsexperte, müsste sich dazu gegen Axel Kaufmann (CDU) und Deborah Düring (Grüne) durchsetzen, die wie er zum ersten Mal antreten.

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