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SPD-Bundestagsabgeordneter möchte mit den Leuten ins Gespräch kommen

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Von: George Grodensky

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Der Bundestagsabgeordnete Kaweh Mansoori (SPD) (2. v. l.) hat sein Bürgerbüro eröffnet. Rolf Oeser
Der Bundestagsabgeordnete Kaweh Mansoori (SPD) (2. v. l.) hat sein Bürgerbüro eröffnet. Rolf Oeser © ROLF OESER

SPD-Bundestagsabgeordneter Kaweh Mansoori eröffnet Bürgerbüro in Bornheim

Kaweh Mansoori möchte greifbar sein. Der Vorsitzende der SPD Hessen-Süd sitzt als Abgeordneter im Deutschen Bundestag, und er sieht sich als Mittler zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der Politik. Um das zu unterstreichen, hat er ein Büro in Frankfurt-Bornheim eingerichtet, im Herzen der Stadt. Als einladende Anlaufstelle. Das Büro an der Berger Straße 274 ist seit April geöffnet, aber wegen der vielen Sondersitzungen des Bundestages hat Mansoori seine Eröffnung erst in den Sommerferien gefeiert.

Die Besucher:innen stört das nicht, sie schauen herein, loben die hellen, freundlichen Räume, erinnern an frühere Nutzungen des Ladenlokals. Dort war nach dem Krieg das erste Haushaltswarengeschäft in Bornheim zu finden, erzählt Heinrich Trosch. Irgendwann auch mal ein Geschäft für Segelbedarf, zuletzt eine Werbeagentur.

All diese Dinge vereint das Bürgerbüro heute noch, metaphorisch gesehen. Bürger:innen dürfen mit allen Sorgen und Nöten einfach hereinspazieren. Ganz bewusst hat Mansoori den Standort Bornheim gewählt und nicht das Parteihaus an der Fischerfeldstraße in der Innenstadt, das ob seiner Größe abschreckend wirken kann. Mansoori, oft auf hoher See zwischen Frankfurt und Berlin unterwegs, ist nicht immer da, besetzt ist das Büro aber montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr.

Bürgerinnen und Bürger kämen eher mit alltäglichen Fragen zu ihm, berichtet er. Ärger mit Vermieter:innen, Sorgen wegen Preisanstiegen, Probleme mit stockenden Einbürgerungsverfahren. „Die Politik muss zu den Menschen kommen“, das ist Mansoori wichtig. Selbst wenn sein Team nicht jedes Problem löse, könne es womöglich vermitteln.

Gerade steht das Bornheimer SPD-Urgestein Trosch vor ihm und klagt, dass Seniorenthemen in der Stadt immer weniger zur Sprache kämen. Mansoori, ein ernsthafter Typ, schaut seinen Gesprächspartner aufmerksam an, hört geduldig zu. Er wolle sich kundig machen, verspricht er. Es klingt, als wolle er das wirklich.

Derweil diskutiert die Runde im Hintergrund die großen Fragen. Ist die SPD eher Architektin oder Maurertruppe der Demokratie? Braucht es Erneuerung? Aufbruch? Was wäre, wenn die Partei einmal eine absolute Mehrheit im Bund hätte?

Mansoori wagt da keine Prognose. Bodenständig philosophiert er lieber über seinen Weg als Dienstleister. Er freue sich auch, wenn er Politik erklären dürfe. „Warum Entscheidungen getroffen werden.“ Der Service funktioniere in beide Richtungen. „Ich lerne viel von den Frankfurterinnen und Frankfurtern. Bekomme Impulse, an die vielleicht noch nicht gedacht worden sei.“

Dafür brauche es neue Beteiligungsmöglichkeiten, findet er. Die klassische Saalveranstaltung werde es auch zukünftig geben. Aber eben auch andere Formen. Das Wohnzimmergespräch zum Beispiel. Mansoori und sein Team wollen mit ihrem Sofa auf Tour gehen. Wollen einen Infostand anmelden und dann die Menschen zum Gespräch aufs Polster bitten.

Es sei durchaus möglich, etwas zu erreichen, wirbt Mansoori. Als Schülervertreter hat er einst eine Petition gestartet. 86 000 Unterschriften hat er gesammelt für eine Ausbildungsgarantie. Damit junge Menschen nach der Schule einen Ausbildungsplatz finden können.

Nun wird er das Thema im Ausschuss des Bundestages auf den Weg bringen. Außerdem gehört er der Gruppe an, die Planungs- und Genehmigungsprozesse für den Ausbau der erneuerbaren Energien und des Bahnverkehrs beschleunigen sollen. Das sei notwendig, keine Frage. Aber an sich sei es auch gut, dass es gewisse Kontrollmechanismen gebe, damit nicht flugs ein ganzes Dorf umgesiedelt werden könne, um an der Stelle einen Flughafen zu bauen.

Wahlkreisbüro Kaweh Mansoori , Berger Straße 274 in Bornheim, geöffnet Montag bis Donnerstag, 9 bis 16 Uhr.

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