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Die Frankfurter Sparkasse im Bankenviertel.

Stellenabbau und Filialschließungen

Sparkasse auf Sparkurs

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Die Frankfurter Sparkasse will trotz eines guten Ergebnisses weiter Personal abbauen - und schließt auch Filialschließungen nicht aus

Trotz eines nach Worten von Vorstandschef Robert Restani zufriedenstellenden Ergebnisses für 2018 will die Frankfurter Sparkasse weiter Personal und Sachkosten einsparen. Es gelte, alles auf den Prüfstand zu stellen, was nicht originär mit dem Kundengeschäft und dem eigentlichen Geschäftsmodell verbunden sei, sagte er bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Schon 2018 sank die Zahl der Beschäftigten durch natürliche Fluktuation und Altersaustritte um 35. Der Verwaltungsaufwand verringerte sich um 3,8 Millionen Euro. Ende des Jahres arbeiteten 1658 Menschen bei der Sparkasse. Das sind rechnerisch 170 Vollzeitbeschäftigte weniger als Ende 2015. Das „Speed“ getaufte Sparprogramm habe insgesamt schon rund 20 Millionen Euro Kosten eingespart und zehn Millionen Euro mehr Ertrag gebracht, hieß es. Nun sollen laut Restani weitere zehn Millionen Euro eingespart werden. Er kündigte den Abbau von weiteren bis zu 50 Beschäftigten an.

Restani begründete den Sparkurs unter anderem mit dem anhaltend niedrigen Zinsniveau, das dem Institut große Probleme bereite. Der Zinsüberschuss sank erneut. Das historisch niedrige Zinsniveau schlug sich vor allem im Ergebnis der Eigenanlagen und im Kundengeschäft nieder. Seit 2014 sei der Ertrag wegen der niedrigen Zinsen um 65 Millionen Euro gesunken, sagte Restani. Das historisch niedrige Zinsniveau belaste das klassische Geschäftsmodell der Kreditinstitute. „Wir werden ,bestraft‘, wenn unsere Kunden uns ihr Vertrauen – ausgedrückt in der Anlage von Geldern bei uns – schenken.“

Mehr Negativzinsen

Die Sparkasse reagiert auf die Niedrigzinsphase auch, indem sie von einer größeren Zahl von Kunden Verwahrentgelte verlangen will. Schon seit Herbst 2016 müssten große Firmenkunden und institutionelle Kunden dem Institut Geld für hohe, kurzfristige Einlagen zahlen. Das werde nun nach und nach auf mittelgroße Einlagen von Firmenkunden und große Einlagen von Privatkunden ausgeweitet, sagte Restani. Die Sparkasse habe versucht, die Einführung solcher Entgelte zu vermeiden. Zuletzt hätten aber immer mehr Kunden anderer Kreditinstitute, bei denen solche Negativzinsen eingeführt wurden, hohe Summen in Konten der Sparkasse transferiert. Mit den Kunden, die solche Verwahrgelder zahlen müssten, führe man bereits Gespräche über alternative Anlagemöglichkeiten.

Die Sparkasse schließt weitere Filialschließungen nicht aus. Das Netz an Geschäftsstellen soll aber dicht bleiben. Derzeit besteht es aus 76 Filialen und 20 SB-Stellen. 48 der Filialen befinden sich im Frankfurter Stadtgebiet. Im vergangenen Jahr schloss die Sparkasse Filialen in Kalbach und am Riederwald, öffnete aber auch zwei neue. Seit September ist sie im Hessencenter in Bergen-Enkheim mit einer Filiale präsent, seit Dezember auch im Einkaufszentrum Skyline Plaza an der Messe. Die Bank investiert in den Online-Service, aber auch in die Modernisierung der Filialen und die Fortbildung der dort tätigen Beschäftigten. Bei den SB-Stellen sei auch eine Zusammenarbeit mit der Volksbank möglich, hieß es. Diese sei bereits im April Thema von Gesprächen.

Gut lief es für die Sparkasse im Kreditgeschäft. Das Kundenkreditvolumen stieg um 2,7 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Eine Wachstumsquelle seien die Konsumentenkredite, hieß es. Die hätten sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Das Wachstumstempo bei den Wohnungsbaufinanzierungen verlangsamte sich der Bank nach dagegen.

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