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Die Frankfurter Sparkasse in der Eckenheimer Landstraße 336 schließt am 20. Dezember.

Eckenheim

Sparkassen-Vertriebsleiter: Selbst ein Geldautomat lohnt sich an der Eckenheimer nicht

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Wenn die Filiale der Frankfurter Sparkasse in der Eckenheimer Landstraße schließt, soll es dort auch keinen Geldautomaten geben. Das hat ein Vertriebsleiter jetzt dem Ortsbeirat 10 erklärt. 

Mehr als 2000 Unterschriften wurden gesammelt, viele Anträge im Ortsbeirat gestellt – doch die Filiale der Frankfurter Sparkasse in der Eckenheimer Landstraße 336 wird zum 20. Dezember schließen. Dieter Wagner, der Vertriebsleiter der Frankfurter Sparkasse für die Region Nord, erklärte in der Sitzung des Ortsbeirats 10 am Dienstagabend die „unpopuläre Entscheidung“ und stand den Anwesenden Rede und Antwort.

Leider sei die Sparkasse genötigt, die Filiale zu schließen, da die Kundenfrequenz und die Nachfrage nach Beratungen nicht ausreiche sowie die Niedrigzinsphase den Banken „immer mehr zu schaffen“ mache, führte Wagner aus.

Einen Geldautomaten soll es nach der Schließung der Filiale auch nicht mehr an dem Standort geben. Auch das würde sich nicht lohnen, sagte Wagner. Er empfahl den Anwesenden, Geld beim Einkauf im Supermarkt abzuheben, das mache auch er selbst oft. Außerdem sei die nächste Filiale in der Homburger Landstraße in Preungesheim nur 900 Meter entfernt.

Dennoch fragten sich viele, wie ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, ihre Bankgeschäfte erledigen können. FDP-Ortsbeiratspolitiker Julian Langer brachte es auf den Punkt: Wenn er seinem Vater beim Online-Banking zusehe, werde ihm Angst und Bange.

Auch ein anwesender Bürger gab zu bedenken, dass Senioren immer mehr Probleme bekämen mit Überweisungen, da die handschriftliche Eintragung von IBAN-Nummern schnell zu Fehlern führe. „Es gibt es einen Zwang zum Online-Banking und da werden die Älteren abgehängt.“

SPD-Politikerin Anneliese Gad erinnerte an den Innovationspreis der Sparkassen und hoffte auf „innovative Lösungen, gerade für ältere Menschen“.

Wagner sagte, er selbst könne nichts versprechen, er hoffe aber, dass eine Organisation in Einzelfällen möglich sei. Ayse Dalhoff (Linke) bat den Sparkassen-Vertriebsleiter, solche Lösungen schnell auszuarbeiten und nicht nur anzudeuten. Bis zur Schließung der Filiale seien es ja nur noch drei Wochen. Und viele Senioren aus Eckenheim könnten eben die 900 Meter zur nächsten Filiale nicht laufen.

Ihr Fraktionskollege Lothar Kramer führte an, dass die Unterschriftenaktion „Hoffnungen geweckt habe, die gar nicht erfüllt werden konnten“. Der Ortsbeirat könne die Schließung einer Sparkassenfiliale schlicht nicht verhindern, das sei unrealistisch. Zum Abschluss der Diskussion gab Ortvorsteher Robert Lange (CDU) dem Vertriebsleiter noch eine Idee mit auf den Weg: „Seniorengerechte Überweisungsträger, das wäre doch mal eine sinnvolle Innovation!“

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