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Sparen – eine Frankfurter Frage der Solidarität mit der Ukraine

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Von: Thomas Stillbauer

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Paul Fay ist der stellvertretende Leiter des Frankfurter Energiereferats.
Paul Fay ist der stellvertretende Leiter des Frankfurter Energiereferats. © roe

Im Interview: Paul Fay vom Energiereferat zur Energiekrise wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Herr Fay, warum haben wir noch Gaslaternen?

Viele Menschen mögen das, viele haben das etwas schummrige Licht gern. Aber diese Straßenbeleuchtung macht nur einen sehr geringen Teil des Gasverbrauchs aus. Anderes hilft unmittelbar: Ich kann nicht so schnell eine Gaslaterne gegen LED austauschen wie ich mich von fünf auf zwei Minuten duschen umstelle.

Was empfehlen Sie noch?

Beispielsweise Duschköpfe austauschen gegen solche, durch die nur halb so viel Wasser läuft, und dann bei der Dusch-Challenge die zwei Minuten packen.

Wie viel kann die einzelne Bürgerin, der einzelne Bürger beitragen?

Durch Verhaltensänderung kann man viel hinkriegen. Das liegt, je nachdem, wo man herkommt, zwischen fünf und 30 Prozent.

Das heißt, Industrie und Gemeinden müssen mitziehen. Was tut Frankfurt?

Frankfurt muss vorangehen und ein gutes Beispiel geben. Wir bauen hier nach Passivhausstandard, wir bezuschussen Klimaschutzmaßnahmen mit Programmen – wir können nur alle auffordern mitzumachen. Die Bürger müssen die Instrumente nur nutzen.

Das sind langfristige Programme – die Leute fragen, was jetzt auf die Schnelle hilft. Sie wollen Zeichen sehen.

Sie meinen dann eher plakative Handlungen? Die Beleuchtung am Römer abschalten, jeden Tag eine „Earth Hour“ – es würde genauso wenig bringen wie das Abschalten der Gaslaternen und die Kritiker würden von Symbolpolitik sprechen.

Was ist also der beste Weg?

Wir brauchen alles. Den größten Hebel haben wir, wenn jeder etwas tut. Das ist auch eine Frage der Solidarität. Die Heizung im Winter um ein Grad niedriger zu drehen, bringt fünf bis sieben Prozent Einsparung. Jede Kilowattstunde, die wir sparen, bringt den Füllstand der Speicher wieder höher.

Gibt es eine spezielle Aktion des Energiereferats?

Wir haben gerade die Arbeit am Klimasparbuch 2023 abgeschlossen. Auf dem Titel bringen wir unsere Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck und mit dem Schwerpunkt Energiesparen zeigen wir allen, wie es geht, unabhängiger zu werden.

Interview: Thomas Stillbauer

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