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Die TSV-Hockeyabteilung hat 250 Mitglieder.

Sachsenhausen

Hockeyverein im Aufwind

Die Hockeyabteilung der Turn- und Sportvereinigung (TSV) ist nach einer Umstrukturierung wieder im Aufwind. Sie belegt den vierten Platz im Förderwettbewerb der Sparda-Bank.

Von Karina Wilczok

Dumpfe Schlaggeräusche hallen über den gepflegten Kunstrasenplatz der Turn- und Sportvereinigung (TSV) Sachsenhausen 1857 an der Babenhäuser Landstraße. Bälle dotzen von einer Hockeyschlägerspitze zur anderen. Trainer Leon Vogel schaut seiner C-Knabenmannschaft beim Aufwärmen zu. „Es macht einfach Spaß Hockeytrainer zu sein, weil wir hier wie eine Familie sind“, sagt der 19-Jährige. Rund 250 Mitglieder zählt die Hockeyabteilung des TSV, vor allem immer mehr Kinder und Jugendliche wollen mitspielen.

Der zehnjährige Leopold ist einer von ihnen. Zu Beginn des Trainings begrüßt er Jugendleiter Jürgen Vogel mit Handschlag. „Er ist der beste Trainer“, sagt er und grinst. Am Spielfeldrand haben sich viele Eltern zum Anfeuern versammelt und plaudern mit anderen Familien. Sportgeist und Gemeinschaft ist es, was die Abteilung heute auszeichnet.

Das war nicht immer so. Noch vor zwei Jahren zählte die Abteilung gerade mal hundert Mitglieder. Der Frust beim TSV war groß, neue Strukturen und Ziele mussten her: „Ein Jahr lang haben wir intensive Aufbauarbeit in der Hockeyabteilung geleistet“, berichtet Daniela Werthmann, die mit den Jungs trainiert. Gemeinsam mit dem Leiter der Mädchenmannschaft, Werner Lenz, ist es ihr gelungen, 150 Neuzugänge zu akquirieren. „Es war eine schleppende Arbeit. Aber nach und nach wurde der Hockeyzuwachs zum Selbstläufer“, sagt Daniela Werthmann erfreut. „Per Mail habe ich Eltern kontaktiert, Schulkinder angesprochen und frühere Mitglieder per Telefon reaktiviert.“ Jugendleiter Werner Lenz, der Schnupperkurse an umliegenden Schulen anbietet, fand: „Am besten lief der Kontakt über unsere Kinder.“ Seine Tochter und der Sohn von Daniela Werthmann hätten eben einen anderen Zugang zum Hockeynachwuchs.

Schon jetzt hat die Abteilung ihr Ziel für 2016 erreicht: Im April konnte der Vorstand neu besetzt werden, immer mehr Eltern engagieren sich ehrenamtlich und das Angebot an Hockey-Schnupperkursen an Schulen bleibt bestehen.

Mitspielen kann jeder, gefragt sind aber vor allem noch Jungs zwischen zehn und zwölf Jahren. Zehn Trainer üben zwei Mal die Woche mit den Mädchen- und Knabenmannschaften. Am Wochenende finden regelmäßig Turniere statt. Mit diversen Workshops, die Ausbildung zum Jugendschiedsrichter oder deutschlandweite Teamfahrten fördert die Hockeyabteilung den Spaß am Sport und legt Wert auf Tradition, Familie und Geselligkeit.

84 Euro kosten die Beitragsgebühren pro Jahr. So möchte der TSV dem Trend, dass Hockey zum Elitesport wird, entgegenwirken. „Bei uns sollen alle Kinder die Möglichkeit haben Hockey zu spielen“, findet Daniela Werthmann. So überrascht es nicht, dass die Hockeyspieler von mehr als 500 Hessischen Vereinen den vierten Platz im Förderwettbewerb der Sparda-Bank gemacht haben. Dafür erhalten sie am heutigen Freitag 2000 Euro.

Von dem Preisgeld wollen die ambitionierten Jugendleiter Torwartausrüstungen und Leihschläger für ihre Schnupperkurse anschaffen. „Und vielleicht reicht es noch für ein kleines Clubhaus“, sagt Daniela Werthmann.

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