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Mieten warnen seit Jahren vor dem Schwund bei Sozialwohnungen. 

Wohnungssuche in Frankfurt

Sozialwohnungen in Frankfurt verzweifelt gesucht

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Immer mehr Haushalte sind beim Amt für Wohnungswesen registriert. Doch die Zahl der Sozialwohnungen ist so gering, dass die Stadt nur einem Bruchteil helfen kann.

Die Situation für Frankfurter, die auf eine günstige Wohnung angewiesen sind, verschärft sich weiter. Nach Zahlen des städtischen Wohnungsmarktberichts waren Ende vergangenen Jahres 9833 Haushalte beim Amt für Wohnungswesen als wohnungssuchend registriert. Das sind so viele wie zuletzt im Jahr 1995.

Bei fast der Hälfte der registrierten Wohnungssuchenden handelt es sich dabei um Menschen, die besonders dringend versorgt werden müssten. Sie haben ihre Wohnung verloren, stehen vor der Räumung, sind in Heimen untergebracht oder warten seit Jahren auf eine Sozialwohnung. Doch die Stadt kann nur einem Bruchteil der Suchenden helfen. 2017 vermittelte sie 1724 Haushalten eine Wohnung.

Das Amt für Wohnungswesen erklärt die steigende Zahl der Haushalte, die sich bei ihm melden, unter anderem mit den seit Jahren sinkenden Chancen, auf dem freien Wohnungsmarkt etwas zu finden. Wohnungen wurden 2018 im Schnitt für 13,59 Euro pro Quadratmeter zur Miete angeboten; 2010 waren sie für 10,01 Euro pro Quadratmeter zu haben. Auch die Bestandsmieten steigen deutlich: von 7,78 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2010 auf 9,36 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2018.

Die Zahl der Sozialwohnungen sinkt dagegen seit Jahren. Anfang der 90er Jahre lag sie noch bei knapp 68 000. Ende 2017 hatte die Stadt nur noch für weniger als 32 000 Wohnungen ein Belegrecht, davon gerade einmal 25 500 Wohnungen des ersten Förderwegs. Und allein bis zum Jahr 2027 könnten dem Bericht nach circa 5400 gebundene Wohnungen aus dem Bestand fallen.

Um wenigstens ein weiteres Abschmelzen der Zahl der Sozialwohnungen zu verhindern, kauft die Stadt seit 2007 für viel Geld Belegrechte.

Erst jüngst schloss sie mit der Wohnungsgesellschaft GWH eine Vereinbarung, nach der 1100 Sozialwohnungen am Ben-Gurion-Ring später aus der Bindung fallen, als das die Landesbank-Tochter beabsichtigte. Als Ausgleich für entgangene Mieterträge erhält diese 6,4 Millionen Euro.

Damit mehr neue Sozialwohnungen entstehen, hat die Stadt die ABG verpflichtet, zu 40 Prozent geförderten Wohnraum zu errichten. Sie versucht zudem, in neuen Wohngebieten eine Sozialquote von 30 Prozent durchzusetzen. Der Erfolg dieser Bemühungen ist noch bescheiden. 2018 wurden gerade einmal 156 geförderte Mietwohnungen fertiggestellt, davon 45 Sozialwohnungen.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) wies gestern auf hohe Fördersummen hin, die für den geförderten Wohnungsbau abgerufen würden. Dieser sei für Investoren attraktiver geworden.

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