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Berkersheim ist ein idyllisches Dorf, aber gelegentlich fehlt der Draht zum Amt.

Hilferuf

Kein direkter Draht ins Amt

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Sozialbezirksvorsteherinnen sollen den Kontakt zwischen Behörden und Menschen aus dem Sozialbezirk ermöglichen. Doch das wird offenbar immer schwerer.

Die Arbeit von Sozialbezirksvorsteherin Heide Marwede ist an sich klar definiert: Wenn ein Bewohner oder eine Bewohnerin aus ihrem Sozialbezirk Berkersheim ein Problem hat, aber den direkten Weg zu den Behörden scheut, dann wendet sich diese Person an Marwede. Sie stellt entsprechende Kontakte her und leistet Hilfestellung. Doch so einfach ist die Arbeit nicht, zumindest derzeit. Denn wenn Marwede im Sozialrathaus Nord versucht, die zuständigen Personen zu erreichen, klappt das einfach nicht.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) sieht darin ein strukturelles Problem. Er ist fassungslos über Marwedes Erfahrungen und die ihrer Kollegin vom Frankfurter Berg, Marie Liebich.

So erzählt Marwede, die den ehrenamtlichen Posten seit Januar innehat, von den Schwierigkeiten, Lösungen zu finden. Sie sieht sich als „Mittlerin zwischen den Menschen im Dorf und dem Amt“, doch an das komme sie nicht ran. „Uns fehlen zum Beispiel die korrekten Durchwahlen“, moniert sie. Rufe man dann auf den zugänglichen Nummern des Sozialrathauses an, gehe niemand ans Telefon. Und auf E-Mails werde in der Regel nicht geantwortet.

Dieser Zustand sei umso bitterer, als dass die Fälle, mit denen sie mittlerweile konfrontiert werde, immer komplizierter würden. Früher, sagt sie, sei es vor allem um Anträge zum Arbeitslosengeld gegangen. Nun gehe es zum Beispiel auch um Menschen, die kurz vor der Obdachlosigkeit stünden, wegen Kommunikationsfehlern innerhalb der Ämter kein Arbeitslosengeld bekämen und in ärztlicher Behandlung seien. „Da muss ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen“, erzählt Marwede. „Doch selbst das ist schon schwierig.“

 Strukturelles Problem

Dass es sich dabei um ein strukturelles Problem – zumindest im Norden – handeln könnte, sieht auch Julian Langner von der FDP im Ortsbeirat 10 so. Er habe für die Anfang 2019 erfolgte Zusammenlegung der beiden Sozialrathäuser Nordweststadt und am Bügel gestimmt. „Das war verbunden mit der Hoffnung, dass sich daraus positive Effekte ergeben.“ Wenn er nun höre, was die Sozialbezirksvorsteherinnen aus ihrer praktischen Arbeit berichten, „dann müssen dort dringend Strukturen bearbeitet werden“.

Bis es so weit ist, gebe es eine andere Möglichkeit. Die Grünen im Ortsbezirk 10 wünschen, dass Stellen für Sozialarbeiter oder Sozialarbeiterinnen geschaffen werden. Diese sollen den Sozialbezirksvorsteher oder die -vorsteherin unterstützen. Es bestehe „weiterhin hoher Bedarf an Beratung vor Ort, der aktuell nicht vollumfänglich aufgefangen werden kann“, sagt Wera Eiselt (Grüne), die in Preungesheim selbst als Sozialbezirksvorsteherin tätig ist.

Heide Marwede und Marie Liebich finden die Idee gut. „Vielleicht kommen Sozialarbeiter eher an die Ämter ran als wir“, sagt Liebich. Ortsvorsteher Robert Lange hat einen weiteren Vorschlag an die Adresse der beiden Frauen: „Sie sind zu lieb in dieser Angelegenheit. Sie müssen nach oben eskalieren.“

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