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Stadt sagt Sanierung des alten Rathauses zu

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Von: Michael Forst

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In die Jahre gekommen: Das alte Rathaus in Sossenheim ist dringend sanierungsbedürftig. maik reuss
In die Jahre gekommen: Das alte Rathaus in Sossenheim ist dringend sanierungsbedürftig. maik reuss © Maik Reuß

SOSSENHEIM Die abgebrochenen Stufen sollen als erstes erneuert werden.

Seit langem setzt sich der Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) dafür ein, das alte Sossenheimer Rathaus zu sanieren – jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen. „Für die Reparatur der gebrochenen Trittstufen im Eingang liegt bereits die denkmalschutzrechtliche Genehmigung vor, so dass die Arbeiten in den kommenden Wochen ausgeführt werden können“, erklärt der Magistrat. Des Weiteren kündigt er an: „Für die erforderliche weitere Überarbeitung des Sandsteines inklusive der Prüfung der Fensterflügel- und Dichtungen werden Kostenvoranschläge eingeholt.“ Die Auftragsvergabe erfolge unter Berücksichtigung der geltenden Richtlinien und in Abstimmung mit dem Denkmalamt. Daher könne derzeit noch keine Terminierung für die Umsetzung genannt werden.

Das „Sossenheimer Rathaus“ in der Straße Alt Sossenheim 62 ist Eigentum des Amts für Bau und Immobilien (ABI). Bei dem Gebäude gegenüber dem Faulbrunnen handelt es sich um einen klassizistischen Steinbau aus Sandsteinbruchsteinen, der unter Denkmalschutz steht. Zahlreiche Fassadenschäden konstatiert der Magistratsbericht für das Gebäude: abblätternde Sandsteinschichten am Sockel, offene Fugen im Mauerwerk, Sandsteinaußenfensterbänke ohne Wasserabführung.

Auf den maroden Zustand aufmerksam gemacht hatten Sozialbezirksvorsteherin Karin Reichwein und Andreas Will, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. Auch der Ortsbeirat, auf Initiative des Sossenheimer CDU-Mitglieds Michael Schneider, hatte über Anträge Druck gemacht. Auf die hatte der Magistrat zunächst mit Antworten reagiert, die Ahnungslosigkeit offenbarten – etwa darüber, dass die Stadt selbst Eigentümer des Gebäudes sei. Auch dass von abgeplatzten Teilen der Fassade auf dem Gehweg massive Stolpergefahr gerade für ältere Passant:innen ausgeht, stellte sie zunächst in Abrede.

Umso mehr freute sich nun Schneider: „Ich werte das als Zusage dafür, dass die Stadt dieses Problem jetzt angehen will“, sagte er auf Anfrage. Für ihn und andere Bürger:innen bilde das Rathaus den zentralen Punkt im Sossenheimer Ortskern mit seinen vielen denkmalgeschützten Häusern. „Damit ist es auch ein Aushängeschild für unseren Stadtteil“, erklärte Schneider. Dass man dort nun an die Bausubstanz gehe, wünsche er sich auch für andere städtische Gebäude im Westen. Als Beispiel nannte er den Höchster Bahnhof.

Schneider bewertet es positiv, dass der Magistrat einen barrierefreien Zugang zur Polizeistation prüfe. Das hatte in einer früheren Stellungnahme noch anders geklungen: Es bestehe „keine rechtliche Möglichkeit, bei dem Bestandsgebäude nachträglich einen barrierefreien Zugang zu fordern“, schrieb der Magistrat – wohl noch im Glauben, das alte Rathaus befinde sich nicht im städtischen Besitz.

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