Beim Metallhandwerk können die jungen Besucher Metallrosen herstellen und mitnehmen.  
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Beim Metallhandwerk können die jungen Besucher Metallrosen herstellen und mitnehmen.  

Sossenheim

Sossenheim: Ausbildungsmesse bietet Orientierung im Berufe-Dschungel

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Junge Menschen aus 39 Schulen aus dem Frankfurter Westen haben am Donnerstag die Ausbildungsmesse im Volkshaus besucht. Die Besucher dürfen selbst Hand anlegen und ihre Talente ergründen.

Lautes Klopfen hallt am Donnerstag durchs Foyer des Volkshauses. Bei der „Ausbildungsmesse Sossenheim“ steht eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern an einem Stand der Metallinnung Frankfurt-Offenbach. In Schraubstöcke sind Metallstücke eingeklemmt. Die Jugendlichen beschlagen und biegen sie so lange, bis Rosen daraus entstanden sind.

Auch im Saal können die jungen Besucher aus insgesamt 39 Schulen an Ständen Hand anlegen. Wie ein „Elektriker für Information und Telekommunikation“ arbeitet, findet Ferenz-David Hertzstein bei der Firma Bosch heraus. Mit einer Zange knipst der Berufsfachschüler den Gummimantel eines Drahtes ab, um unter fachkundiger Anleitung einen Rauchmelder anzuschließen.

„Anders als bei Gesprächen können die Jugendlichen beim Anschließen der Brandmelde-Anlage ihre Geschicklichkeit und Auffassungsgabe üben“, sagt Ausbildungsleiter Henryk Rössel. Schüler Hertzstein findet es „sehr gut, auch was Praktisches zu machen“. Handwerk interessiere den 17-Jährigen. Bislang habe er sich in seiner Schule aber nur mit Holz beschäftigt.

Auf der Messe habe er sich außerdem über Bürojobs informiert, bei der Notarkammer und bei der Stadt. „Es gibt sehr viele Richtungen, die Berufswahl ist schwer“, sagt Hertzstein. Noch zwei Jahre habe er Zeit, ehe er die Berufsfachschule hinter sich hat. „Ich bin in der Entscheidungsphase.“

Zwanglos in Kontakt kommen

Von der Bahn über eine Möbelhauskette, Supermarkt und Discounter, soziale Träger wie der Internationale Bund, der Recyclingbetrieb GWR bis zur Dachdeckerinnung: „Mit möglich regional angesiedelten Unternehmen zwanglos in Kontakt kommen“, sei ein Ziel der Veranstaltung, sagt Michael Köhler, vom Jugendbüro Impuls, das die Messe mit weiteren Jugendeinrichtungen zum achten Mal organisiert hat.

„Die wenigsten Jugendlichen haben überhaupt eine Ahnung, wie viele hunderte Ausbildungsberufe es gibt“, sagt Köhler. Dass auch die Bundeswehr zu den Ausstellern zählt, findet er nicht problematisch. Das Militär biete „enorme Bildungschancen, auch ohne den Dienst an der Waffe“.

Von der Förderschule bis zum Gymnasium seien Schüler aller Schulformen eingeladen – die meisten von ihnen aus dem Frankfurter Westen. Köhler sei aber auch wichtig zu zeigen, dass Jugendliche ohne Schulabschluss „überbetriebliche Ausbildungen“ absolvieren könnten, etwa beim Lernbetrieb des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit. Dort können junge Menschen ihren Schulabschluss nachholen oder Berufe erlernen.

Am Stand des Lernbetriebs lassen sich Anna Maria Haut und Ladina Leitermann allgemein beraten. Weil ihre Berufsfachschule Justizfachangestellte ausbildet, könne sich die 15-Jährige eine solche Lehre vorstellen, berichtet Haut. „Oder beim Zoll“, sagt Leitermann. Als Zollbeamtin würde die 16-Jährige am liebsten mit Spürhunden arbeiten. „Ich mag Tiere“, sagt sie.

Stefanie Horn spricht als Leiterin des Lernbetriebs aus langer Erfahrung. „Ihr braucht auch einen Plan B“, sagt sie. Es sei sinnvoll, „sich nicht nur auf einen Weg zu konzentrieren und mehrgleisig zu orientieren“. Das wiederum, ist an diesem Vormittag in Sossenheim problemlos möglich.

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