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Das Wahrzeichen Sossenheims, der so genannte Faulbrunnen, wurde mit der Parole: „Fremd in der Heimat“ beschmiert.
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Das Wahrzeichen Sossenheims, der so genannte Faulbrunnen, wurde mit der Parole: „Fremd in der Heimat“ beschmiert.

Sossenheim

Schmierereien nehmen im Frankfurter Westen zu

Unbekannte haben den Sossenheimer Faulbrunnen und die Mauer der Henri-Dunant-Grundschule mit Parolen besprüht. Die Polizei ermittelt. Laut Ortsbeirat nehmen die Schmiereien im Frankfurter Westen überhand.

Unbekannte haben den Sossenheimer Faulbrunnen zur Projektionsfläche ihrer Weltanschauung gemacht: „Fremd in der Heimat“ steht unübersehbar in schwarzen Blockbuchstaben über den drei Wasserhähnen des am Sulzbach gelegenen Brunnens aus dem Jahr 1926, der zu den Wahrzeichen des westlichen Frankfurter Stadtteils gehört.

Polizeisprecher Thomas Hollerbach berichtet, dass bereits am Donnerstag, 10. Juni, in der Schaumburger Straße an die Mauer der Henri-Dunant-Grundschule dieselbe Parole gesprüht worden sei.

Eine auf Graffiti spezialisierte Ermittlungsgruppe der Polizei kümmere sich nun um beide Fälle. „Bei Schmierereien, die politische Botschaften enthalten, übernimmt dann der Staatsschutz“, sagt er. Das sei bei dem Satz „Fremd in der Heimat“ aber zweifelhaft – da sei zwar erahnbar, dass er aus der rechten Ecke komme – um ein Hakenkreuz oder eine rassistische Parole handele es sich aber nicht, betont Hollerbach.

Der Täter habhaft zu werden, gestalte sich nach seinen Worten im Allgemeinen allerdings sehr schwierig. Einzige Ausnahme in jüngerer Zeit sei im April die Festnahme eines offenbar psychisch kranken Mannes nach Monaten gewesen, der unter anderem einen Kiosk in der Bolongarostraße in Höchst mit Hakenkreuzen beschmiert hatte.

„Da hatte sich eine Zivilstreife nachts auf die Lauer gelegt – da braucht es viel Arbeit, aber auch Glück“, sagt Hollerbach. Anders sei der Fall wiederum „bei den Graffiti-Jungs“, die ihren Künstlernamen und ihren eigenen Stil hinterließen. „Das sind für uns gute Anhaltspunkte.“

Nach Einschätzung von Susanne Serke, CDU-Ortsvorsteherin im Frankfurter Westen, „nehmen die Schmierereien bei uns einfach überhand“. Sie verweist darauf, dass erst im Februar in Sossenheim Wände und Hauswände, unter anderem auf dem Kirchberg, beschmutzt wurden – damals seien es aber „eher linke Parolen“ gewesen.

Die Aufzählung ließe sich beinahe endlos fortführen: So wurden in Höchst Ende vergangenen Jahres das Bismarck-Denkmal beschmiert, im Sommer 2020 wurde das Alte Rathaus in Nied zur Zielscheibe von Farbanschlägen.

„Jeglicher Respekt gegenüber fremdem Eigentum und öffentlichen Plätzen scheint verloren“, findet Susanne Serke. Es fange mit dem „echten Müll und Dreck“ an, der achtlos auf die Straße geworfen wird, und gehe weiter mit dem „geistigen Müll“, der dann an Hauswänden oder an historischen Denkmälern hinterlassen wird. „Dieser Vandalismus, der auf Kosten der Allgemeinheit geht, ist zu verurteilen“, erklärt die Ortsvorsteherin.

Zum Faulbrunnen hat das Kulturamt die Schadensmeldung am Montag erhalten, berichtet Sprecherin Jana Kremin. Eine Firma sei schon beauftragt. Das sei schnell gegangen, da es sich um einen nicht denkmalgeschützten Brunnen handele. „Wann die Firma die Reinigung einplant, wird uns noch gemeldet“, sagt sie. Das Kulturamt sei „bemüht, die Schäden zeitnah zu beheben“, sagt Kremin. Was bei insgesamt 110 Brunnen im Frankfurter Stadtgebiet nicht immer einfach sei.

Zudem würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft spät oder überhaupt nicht darüber informiert, dass ein Denkmal mit Farbe besprüht oder ein Hinweisschild zerstört wurde. Und noch zwei Punkte kommen hinzu: „Bei denkmalgeschützten Brunnen muss das Denkmalamt der Stadt eingebunden werden. Und das Kulturamt ist darüber hinaus von den Auftragsbüchern der Firmen abhängig“, macht sie geltend. „In vielen dieser Fälle handelt es sich um Spezialfirmen, die auf den Denkmalschutz spezialisiert sind.“

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