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Der Männerchor trat auch in der Michaelskirche auf.
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Der Männerchor trat auch in der Michaelskirche auf.

Sossenheim

Männerchor sieht keine musikalische Zukunft mehr

Sänger der Sossenheimer Chorgemeinschaft 1880/82 lösen sich nach 140 Jahren auf. Frauen singen nach Corona weiter.

Der Männerchor der Chorgemeinschaft 1880/82 hat sich aufgelöst. Eigentlich hätte es anders kommen sollen. Zum 140-jährigen Bestehen war ein Jubiläumskonzert geplant, der letzte Auftritt des Chores in der Öffentlichkeit. Daraus wird nun nichts mehr; das Jubiläumskonzert ist abgesagt. Corona macht alles zunichte, teilt der Männerchor mit. In einer außerordentlichen Versammlung wurde nach einer ausgiebigen Diskussion entschieden, dass der Männerchor mit seinem Ersten Vorsitzenden Franz Müller zum Jahresanfang seine Aktivitäten einstellt. Viele der Sänger sahen keine musikalische Zukunft mehr, heißt es.

Dem Zeitgeist gezollt, hatte der Verein in den vergangenen Jahren viele Sänger verloren. Bedingt durch Krankheiten und nicht zuletzt unter Berücksichtigung der Altersstruktur dezimierte sich die Zahl der Bässe und Tenöre immer mehr. Die verstorbenen Vizedirigenten und Solisten Horst Müller, Karlheinz Bormuth und Willi Brum hatten viel zu früh den Verein verlassen müssen – diesen Verlust konnte der Chor nicht verkraften.

Der Chor, dessen Schaffen über Jahre hinweg mit erfolgreichen Auftritten gekrönt war und der viele Pokale und Sachpreise bei Wertungssingen „ersungen“ hatte, war früher gefragt bei Vereinsfesten; er gab große Konzerte im Volkshaus, hatte regelmäßige Auftritte in sozialen Einrichtungen, beim Festgottesdienst zur Sossenheimer Kirchweih und bei den festlichen Weihnachtskonzerten in der katholischen Kirche St. Michael: All das wird es künftig nicht mehr geben.

Schaut man in die Festschrift von der 100-Jahr-Feier vom Mai 1980, werden viele schöne Erinnerungen wach. Die Geschichte der heutigen Chorgemeinschaft ist vom Verfasser, dem vor vier Jahren verstorbenen Karlheinz Bormuth, hervorragend aufgezeichnet worden. 1880 erfolgte die Gründung des Männergesangvereins „Eintracht“ in Sossenheim, und zwei Jahre später, 1882, wurde der Gesangverein „Freundschaftsclub“ aus der Taufe gehoben. Die Gemeinschaft beider Vereine war den Zeitläuften nach dem Zweiten Weltkrieg geschuldet: Beide Chöre hatten kriegsbedingt viele aktive Sänger verloren, und so beschloss man 1973 auf Anraten des damaligen Dirigenten Georg Newrzella, der beide Chöre betreute, die Fusion unter dem Namen Chorgemeinschaft 1880/82 Frankfurt-Sossenheim.

Die 100-Jahr-Feier vor 40 Jahren brachte vom 3. bis 12. Mai 1980 das letzte große Vereinsfest, verbunden mit einem Freundschaftssingen im Volkshaus, einem großen bunten Abend mit den Schlagerstars Cindy und Bert und der Tanzkapelle Günter Gräf. Gräf gründete später das Frankfurter Johann-Strauß-Orchester und ist den Sossenheimer Sängern in bester Erinnerung geblieben. Zu dieser Zeit zählte der Männerchor rund 60 aktive Sänger.

Zuwachs bekam die Chorgemeinschaft 1979: Die Frauen von aktiven Sängern taten sich zusammen und gründeten den Frauenchor, der 2019 sein 40-jähriges Bestehen feiern konnte. Die Dirigentin Miriam Vajda, die zuletzt beide Chöre betreute, hat nun einen verloren.

Die Chorgemeinschaft wird weiter bestehen, und der Chorgesang wird in Sossenheim beim Frauenchor, der noch in allen Stimmlagen sehr gut besetzt ist, weiter gepflegt, teilt der Verein mit. Doch wer einmal mit einem Gesang-Virus infiziert ist, bleibt dem Chor treu: Viele bislang aktive Sänger haben sich jetzt schon für eine passive Mitgliedschaft ab 2021 entschieden.

Miriam Vajda betreut den Frauenchor, der, sobald das Singen wieder möglich ist, mittwochs zu seiner Singstunde einladen wird. Wer nach Corona im Chor mitsingen, dem Verein beitreten oder ihn kulturell unterstützen möchte, kann sich bei der Ersten Vorsitzenden des Frauenchors, Hanne Hofmann, unter Telefon 25 42 40 33 melden.

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