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Heino reißt in Frankfurt immer noch alle mit

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Von: Sabine Schramek

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Mit 83 Jahren ist noch lang noch nicht Schluss: Heino rockt.
Mit 83 Jahren ist noch lang noch nicht Schluss: Heino rockt. © Rainer Rüffer

Der 83-jähriger Schlagerstar Heino spielt auf dem Sossenheim Open Air und weiß zu begeistern. Auch Rodgau Monotones rocken auf der Bühne.

Was die Kerbeburschen beim „Sossenheim Open Air“ (SOOPA) auf die Beine stellen, ist enorm. Heino (83) ist nicht nur als lebensgroße Papp-Figur und in Form von blondperückten, Sonnenbrille tragenden Fans dabei, sondern waschecht auf der großen Bühne. 1988 war er schon einmal in Sossenheim. „Ich erinnere mich nur an wenig. Aber daran, dass ich damals zehn Kilo leichter war und einen weißen Anzug anhatte mit weit aufgeschlagenem Hemdkragen“, sagt er hinter der Bühne.

Er komme gerade aus Berlin, nach Sossenheim geht es weiter nach Kitzbühel. Seine Frau Hannelore ist nicht dabei. Noch rocken Roy Hammer & die Pralinées das begeisterte Publikum auf dem Kerbeplatz, das vor Vorfreude völlig aus dem Häuschen ist. Frankfurts Schlagerkönige heizen mit „My Boy Lollipop“, „Tulpen aus Amsterdam“, „Major Tom“ und „Speedy Gonzales“ ein, die Stimmung ist gigantisch.

Frau Rauscher aus der Klappergass‘ sammelt Autogramme von allen Künstlern auf einem Bembel, der später verlost wird. „So einen Bembel habe ich auch“, verrät Heino. „Damals im ,Blauen Bock‘ vom Heinz Schenk habe ich ihn bekommen.“ Sein Freund und Kollege Franz Lambert (74), der die Fifa-Hymne komponiert hat, ist auch zum SOOPA erschienen. „Wir haben uns schon letzte Woche in Kitzbühel getroffen und planen eine Kirchen-Tournee. Das haben wir schon mal gemacht, und es ist wunderschön. Heino singt dann zu 90 Prozent Mozart und Brahms. Er hat eine supergute Stimme, und menschlich ist er ein ganz feiner Kerl“, erzählt der Mann, der Heino seit mehr als 50 Jahren kennt.

Heino schlüpft derweil aus dem blauen Jackett in einen schwarzen, langen, hauchdünnen Ledermantel mit Glitzer und betritt die Bühne. „Heino, Heino“ rufen alte und junge Besucher. Der Platz ist rappelvoll. Er singt „Tampico“, zwei Sambatänzerinnen begleiten ihn, die Menge tobt. Bei „Lustig ist das Zigeunerleben“ und „Hoch auf dem gelben Wagen“ singen alle mit, bei „Fiesta Mexicana“ tragen Zuschauer ihre gerade gekauften, lebensgroßen Heino-Pappfiguren zwischen die Leute, die vor der Bühne und auf den Bänken tanzen; eine Polonaise formiert sich. Ein Mann in Heino-Verkleidung hat Tränen in den Augen. „Ich liebe Heino“, sagt Felix Kraul (39) aus Mittelhessen. „Ich war schon in Hamburg und Obertshausen bei ihm auf Konzerten. Meine Oma hat immer Heino gehört. Vor fünf Jahren ist sie gestorben, seitdem ist mein Hype für ihn noch gewachsen. Heino ist einfach toll. Mit 83 steht der einfach so auf der Bühne und singt wie ein junger Gott.“ Nach den Zugaben verabschiedet er sich mit dem Rat „Vergessen Sie nie die Volksmusik“. Die Menge ruft begeistert „Heino, Heino!“

Völlig überrascht sind alle, als die Radio-Komiker Boris Meinzer und Dirk Haberkorn auf die Bühne kommen, als „Schlagerschaffner“ in Bahn-Uniform und mit roten Mützen. Am Nachmittag haben sie in Mainz mit Ikke Hüftgold und Bülent Ceylan das Video zum neuen Satirelied „Michael Pendler“ gedreht – eine Parodie auf „den Wendler“. Zur Weltpremiere von „Michael Pendler“ auf dem SOOPA johlt das Publikum, der Test ist geglückt.

Den Abschluss des dreitägigen Festivals übernehmen die Rodgau Monotones. Der gesamte Erlös kommt erneut dem Förderkreis des Klinikums Höchst zugute.

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